Mit einem Blick übersah er alles!
Die Türen standen offen — alles leer. Leer die Flucht der Arbeitszimmer der Offiziere — keine Seele mehr. Uniformröcke auf Stühlen und Schreibtischen. Weißbachs kreidiges Gesicht — und Weißbach trug Zivil . . .
Die Wände biegen sich, wölben sich, schon stürzen sie über ihn —
„Es ist Zeit, Herr General!“
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Unübersehbar die Menschenmenge vor dem Reichstagsgebäude, Kopf an Kopf. Kopf an Kopf zwischen den hohen Säulen. Da tritt eine Gestalt vor, schwingt den Hut — Brausen! Brausen, die Riesenstadt jubelt.
Das rote Gebäude aber liegt tot! Verödet die Korridore. Die Türen stehen alle offen, leer die Zimmer. Verschwunden die Stahlhelme, Gewehrpyramiden und Maschinengewehre. Alles leer, ausgestorben. Nur die großen Ballen sind geblieben, die alle Gänge des weiten Gebäudes überschwemmten. Die Ballen mit den Karten ferner Länder, ferner Provinzen — der Peipussee, der Kongo . . .
Langsam steigt der General die Treppe ins Foyer hinab. Er berührt mit der Hand das Steingeländer, zum erstenmal.
Soeben fährt Schwerdtfeger die graue Limousine aus dem Hof auf die Straße.
„Schnell!“ ruft er, mit einer ungeduldigen, respektlosen Kopfbewegung. Die Augen des Generals erweitern sich. Wie? Er hat noch immer nicht begriffen.