Er sieht die Riesenarmee auf ihrer beispiellosen Wanderung — beispiellos und unerhört — aber er sieht auch, daß sie rückwärts wandert.

Rückwärts!

In Eilmärschen, vom Gegner diktiert!

Niemals, niemals — unfaßbar!

Irgendwo brennt eine elektrische Lampe, und zuweilen kriecht das graue Antlitz durch einen dunkeln Spiegel.

Unfaßbar, ganz unfaßbar!

Der General stottert, er findet die Worte nicht mehr — seine fahlen Lippen bewegen sich, ohne einen Laut hervorzubringen . . .

Und hinter den dunkeln Vorhängen, hinter den herabgelassenen Rolläden, horch! Ja, wieder!

Da ist er wieder! Er mahlt.

Der Schritt! Hunderttausendfältig, ohne großen Lärm, wie ein Volk, das aufgebrochen ist und seinem Ziele zuwandert — ohne sonderliche Eile, denn es weiß, daß es sein Ziel erreichen wird. Dieser Schritt verfolgt ihn. Tag und Nacht wandert der Schritt der Hunderttausend an seinem Fenster vorbei. Eine Armee ist aufgestanden und wandert. Eine Armee, die irgendwo verborgen lebte. Wo waren sie bis heute? Er hatte sie nie gesehen. Lebten sie in der gleichen Zeit, in der gleichen Stadt? Ja, weshalb sah er sie nie? Die Vielen, die Unbekannten — mit diesen Augen, die nicht Augen von Menschen waren, von Wölfen, Füchsen, Adlern und Geiern. Mit diesen Gesichtern, die er früher nur in Träumen sah. Wo hatten sie gelebt bisher, wo hatten sie sich verborgen gehalten?