Horch! Woher? Wohin?

Endlos, ohne Aufhören wandert der Schritt der Hunderttausend. Selbst im kurzen Schlaf der Erschöpfung hörte er ihn.

Der General nimmt den weichen Hut, und das graue Steingesicht — grau wie der Staub der Landstraße — erscheint in dem kleinen, kahlen Vorgärtchen.

Die Augen der Wölfe und Füchse, die stechenden Augen der Geier gleiten prüfend über das breite graue Gesicht, und ihr Blick dringt in die Dunkelheit der schwarzen Augenhöhlen. Da aber beginnt es in den Dunkelheiten dieser finsteren Augenhöhlen zu glühen und zu sprühen — noch ist es nicht so weit!

Ein neues Geschlecht, ein verborgenes, unbekanntes, ungeahntes, nie gesehenes, war aus der Erde gestiegen.

Rufe, Schreie branden über den mahlenden Strom der Neuen, Niegesehenen dahin. Der General versteht sie nicht. Fahnen, Plakate, Inschriften, unverständlich. Lieder, Gesang — unverständlich.

Still steht er — ja, wie ein Baum, die Blätter sind gefallen, ein kahler Baum, und ringsum ist nichts, nichts, Nebel, soweit das Auge blicken kann. Und der Baum fröstelt, krümmt sich im Wind.

Endlos, in Wahrheit! Die Erde hat sich geöffnet und die Lava strömt — langsam und ohne jedes Ende.

Schon wandert er neben dem endlosen Strom dahin und verliert sich in den Straßen. Die Hände in den weiten Manteltaschen des altmodischen Jagdrocks, den weichen Hut in die Stirn gezogen — und den Schnurrbart hat er etwas gestutzt, nicht viel, einen, zwei Daumen breit.

Straßen ohne Ende wandert er hinab. Er überquert Plätze, blickt in Seitengassen. Sein düsterer Blick zuckt über die Züge der Demonstranten. Nicht einmal die Autos mit den roten Fahnen läßt er vorüberfahren, ohne die Gesichter zu prüfen. Aber er läßt sich nicht entmutigen, weiter, hinab die Straße, hinauf — er sucht.