Wieder war ein Blick auf ihn geheftet. Dieser Blick flog einem dahinfegenden Auto voraus. Er kam aus einem lachenden, heiteren Gesicht, ein neugierig forschender, gutherziger Blick, und trotzdem fühlte er ihn.
Dieser neugierig forschende Blick ging aus von einem kleinen Feldgrauen mit einer winzigen Mütze auf dem Ohr. Er saß, den Gürtel gespickt mit Handgranaten, auf dem Kühler des dahinjagenden Autos, das bis zum Rande gefüllt war mit Soldaten und Matrosen.
Es war Hanuschke, in der Tat — man erinnert sich, der um sein Leben lief, während der General in Stifters Diele Spargel aß — auch er jagte, der krummbeinige, kleine Hanuschke, mit der roten Narbe zwischen den Augen, auf diesen Donnerwagen durch die Straßen. Er war guter Dinge. Er lebte und konnte es noch nicht fassen. Und weil er lebte, lachte er. Niemand wünschte er etwas Böses — und dieses graue Gesicht, es war ihm nur so aufgefallen.
Aber er erkannte es nicht wieder, es schien ihm nur, als habe er es irgendwo gesehen. Und der General, er hatte diesen kleinen Feldgrauen mit der Narbe zwischen den Augen überhaupt nie erblickt.
Doch, was ist das?
Fahnen, Plakate, und die Fußgänger treten zurück. Durch die Linden gleitet und schwankt eine Prozession, die alle Blicke auf sich lenkt.
Seht!
Auf Krücken, auf Stelzfüßen schwingen sie sich daher, Dutzende ohne das rechte Bein, Dutzende ohne das linke Bein, Dutzende ohne Beine. Eine Anzahl wird von Kameraden auf Karren geschoben, sie sind gelähmt. Scharen werden von Hunden geführt, sie sind blind. Sie haben keine Hände, keine Arme, leere Ärmel in die Taschen geschoben. Ihre armseligen Uniformen verbergen gräßliche Verstümmelungen.
Seht, seht, ihr Menschen!
Sie kriechen wie Insekten dahin, sie kriechen wie Krabben, seitlich, sie humpeln. Ihre Gesichter sind zerschmettert. Sie haben keine Nase, kein Kinn, ein roter Spalt ist der Mund. Ihre Gesichter sind schwarz- und blaugebrannt, sie haben keine Ohren, die Hälse sind verdreht, die Köpfe stehen zur Seite.