Herr Herbst schob den steifen Hut aus der Stirn, denn er schwitzte vor Erregung. Sein Gesicht war gerötet, die Bäckchen gedunsen. Eine rote Schleife leuchtete an seinem Havelock.

Augenblicklich zerrte ihn Herr Kunze, der schmächtige, semmelblonde junge Mann eifrig abseits.

„Helfen Sie mir, um Christi willen!“

„Ihnen?“ Herr Herbst trat zurück.

Kunze nahm den Kneifer ab, putzte ihn aufgeregt und sah sich furchtsam um. Sein Überzieher, sonst säuberlich gebürstet, war bestaubt und verknittert, der grüne Plüschhut voller Schmutz.

„Ja, mir! Seien Sie barmherzig! Nichts zu essen seit Tagen, kein Geld, kein Obdach, immer auf der Flucht. Wir sind ja gleich am ersten Tage geplatzt.“

„Geplatzt?“

„Ja, unsere Dienststelle. Die Fenster zertrümmert, die Schränke zerschlagen, alles verwüstet, die Akten auf die Straße geworfen. Wohin sollen wir uns wenden. Niemand wagt es, sich mit uns einzulassen. Sehen Sie, hier!“

„Eine Schramme!“

„Ein Schlag über den Kopf! Sie haben mich erkannt, die Gefängnisse sind ja geöffnet worden — und da haben sie mich erkannt. Sie haben mich mißhandelt und in den Kanal geworfen.“