Das weiße Gesicht des Generals ist auf die eisige Hand herabgesunken. Seine Augen sind ohne Blick. Ja, eigentümliche Bilder ziehen vor seinen blicklosen Augen, fließen, unaufhörlich, ohne Ende — eigentümliche Bilder . . .

Plötzlich greifen die weißen Hände des Generals wild in die Luft, und schon steht er aufrecht mitten im Zimmer.

Ein Gesicht ist erschienen: das Gesicht einer weinenden Frau . . .

Seine hellen, großen Augen blenden. Deutlich unterscheidet er wieder die Gegenstände im Zimmer. Deutlich sieht er wieder die dunkeln Gemälde an der Wand — jedes einzelne. Offiziere alle, Militärs, in Uniformen, mit Ordenssternen geschmückt, den Degen an der Seite, alle die gleichen breiten Gesichter, soliden Brustkörbe: alle Hecht-Babenbergs. Und jener Einarmige, über der Türe, das ist Jochen Friedrich Wilhelm Ernst Hecht-Babenberg, der nach dem Dreißigjährigen Kriege das Stammgut erwarb und den Wahlspruch des Geschlechts prägte: Lorbeer und Land!

Verschwunden ist plötzlich alle Müdigkeit!

Der General wankt in seinem weiten Feldmantel durch die Räume, wankt, schwankt, taumelt, aber er fühlt es nicht. Sein Mantel weht. Oft muß er sich mit den Händen an der Wand stützen. Aber er fühlt es nicht. Für ihn gibt es keine Wände mehr.

Die Wände sind verschwunden, er blickt, weit, weit, unendlich weit!

Er sieht — oh, ungeheures Schauspiel: die Welt in Flammen!

Ja, die Welt in Flammen! Europa, Asien, die Reiche der Mongolen, Afrika, die Reiche der schwarzen Völker, Amerika, alles in Flammen! Und durch Rauch und Flammen kriechen sie: sieh! Ja, sie sind es! Nun sind sie Wirklichkeit geworden! Riesenhaft, Städte aus Stahl, Riesenkreuzer kriechen durch den Rauch der brennenden Welt. Sie starren vor Geschützen, sie werfen Flammen, bis hinter den Horizont schleudern die Pumpen das brennende Öl. Ihre Schuppenräder zermalmen Städte und zertreten Ströme. Ringsum funkelt der Horizont wie schwarze Kohle. Ein brennender Kontinent schmilzt ins Meer.

So! So! So! Ja, das waren sie!