Bunte Papierschlangen zischten durch die Luft.
Ja, hier war in der Tat das Paradies, und da draußen in der finsteren Straße nichts als die nackte Wirklichkeit. Ein paar blaugefrorene Kinder mit Streichhölzern, ein altes Weib mit nassen Zeitungen — und der Portier der Bar steht wie ein Erzengel in seinem grünen Mantel! Berlin war im Aschenregen begraben, aber hier hatte sich, in einer Höhle, durch ein Wunder, ein letzter Tropfen seines geilen Blutes erhalten. Mit allen Sinnen sog Otto Gerüche, Stimmen, Fleisch in sich, er sammelte auf Vorrat, für die langen Monate, wo er nichts sehen würde als verrosteten Stacheldraht und Schrapnellwolken.
„Reformen — Sie glauben also nicht daran?“
„Schwindel, alles Schwindel. Eher wird der Himmel einstürzen —“
„Aber das wäre ja Betrug!“
„Betrug? Was sonst? Wissen Sie, wie man den neuen Mann nennt, der uns regiert? Den Fünfminutenbrenner! Er kann nur fünf Minuten wachbleiben, dann schläft er wieder ein.“
„Gott sei uns gnädig und barmherzig!“
Die Damen mit den Brillanten lachten laut auf. Er sagte es auch zu drollig, ergeben in sein Schicksal, und dabei stieß er mit der Zunge an.
Die schmachtende Geige des giftgrünen Primgeigers sang in Ottos Ohr.
Was sah er? Was hörte er?