„Wenn Sie glauben, daß ich ewig hier stehenbleiben werde“, sagte Otto ungeduldig, und das Glas wackelte auf seinem Kopfe.

„Sofort, bitte — ich eröffne das Feuer“, schrie Hauptmann Falk.

„Achtung, meine Herren!“ Hauptmann Falk schwang die Pistole. Aber in diesem Augenblick warf ihn der Rausch einige Schritte zur Seite. Er wandte sich empört um. „Ich bitte gehorsamst, mich nicht an den Rockschößen zu zerren —“

„Sie sollten lieber die Sache sein lassen“, sagte Major Wolff.

„Weshalb denn?“ schrie Hauptmann Falk mit wütender Miene. „Sobald ich abdrücke, stehe ich wie eine Statue. Sie können sich auf mich verlassen. Also los, ich eröffne das Feuer.“

„Ruhe!“ rief die Saharet und preßte die Hände auf das Herz. Wie spannend es doch war!

Der Lauf der Pistole war auf Otto gerichtet. Langsam bewegte sich das runde Loch an ihm in die Höhe. „Daß mir jetzt niemand ein Wort redet,“ schrie Hauptmann Falk, „sonst schieße ich Hecht die Kugel in den Kopf.“ Alles war mäuschenstill. Die Saharet stand mit gefalteten Händen. Ströbel betrachtete voll Interesse Otto, der unmerklich mit den Augen zwinkerte, als die Mündung der Pistole zwischen seine Augen gerichtet war.

Otto hatte eine ganz gleichmütige, etwas belustigte Miene aufgesetzt. Ich wünsche jetzt nur das eine, dachte er, daß mir die Kugel mitten in die Stirn fährt. Mitten in die Stirn und Schluß! So drücke doch ab! Er war ganz ruhig . . .

Da wanderte das Loch der Mündung um einen Millimeter höher. Hauptmann Falk hatte die Zähne zusammengebissen, so daß die Backenknochen aus seinem grauen, mageren Gesicht vorstanden. Dann hielt er den Atem an, und im gleichen Augenblick zersplitterte das Glas.

Welcher Beifall! Welche Ovationen!