Aufatmend trat der Portier in die Loge zurück. „Und gar nicht schlecht gelaunt, ja, sonderbar. Wer soll sich bei diesen hohen Herren auskennen? Er sagte, sogar: ‚Guten Morgen, Heinecke‘.“
Der Havelock wagte sich wieder aus seiner Ecke hervor. Seine tränenden Augen forschten in dem alten Frauengesicht des Portiers. „Und —?“
„Was meinen Sie — und?“
„Kein Bescheid?“
Der Portier schlug verzweifelt die Hände zusammen.
„Sie glauben also, mein lieber Herr, Exzellenz hat an nichts anderes zu denken als an Ihr Gesuch“, rief er ärgerlich. „Um fünf Uhr haben Sie das Gesuch abgegeben! Um acht Uhr waren Sie schon wieder da! Kaum beginnt der Tag, so kommen Sie — ich bitte Sie, mein verehrter Herr —!“
„Verzeihen Sie —“
„Exzellenz hat natürlich den Kopf vollgestopft mit allen möglichen Dingen. Exzellenz hat dreihundert Leute unter sich, verstehen Sie, was das heißt? Offiziere und Beamte und Mannschaften — dreihundert. Da gibt es Befehle und Schreibereien — täglich kommen über hundert Telegramme — jeden Augenblick ruft die Oberste Heeresleitung an — na und so zu — und da glauben Sie —! Ich muß offen mit Ihnen reden. Sie sind nie Soldat gewesen?“
„Nein.“
„Nun, da haben wir’s. Dann können Sie freilich nicht wissen, wie es zugeht. Keine ruhige Minute. Seit vierzig Jahren mache ich das mit.“