Die Hände des Soldaten fuhren nach den Mantelknöpfen.

„Nachher, mein Sohn“, sagte der General wieder milder und ging.

Schon verschwand er in der grüngepolsterten Doppeltüre.

Etwas unsicher machte Hauptmann Weißbach, der Adjutant, seine Meldung. Ottos verletzte Hand war soeben geröntgt worden. In wenigen Wochen dürfte Otto wieder völlig hergestellt sein.

„Also, der Arzt befürchtet nicht, daß seine Karriere dadurch beeinflußt werden könnte?“

Weißbach erblickte seinen Gebieter durch eine Art Nebel in Überlebensgröße. Er hatte die Empfindung, Wolken von Alkohol auszuströmen. Wenn man ihm mit einem Streichholz zu nahe kam — um Gottes willen, seien Sie vorsichtig! — so würde er lichterloh in Flammen stehen, augenblicklich — diese etwas peinliche Empfindung hatte der Adjutant. Ganz abgesehen davon konnte jeden Augenblick der Parkettboden unter seinen Füßen einbrechen und er im Keller landen, bei den Rotationsmaschinen, die Tag und Nacht Karten aller Herren Länder ausspien.

Vor knapp einer halben Stunde war er von Ströbel gekommen. Ströbels Herrenabende — die Saharet zählte gar nicht — pflegten sich stets bis zum Morgen auszudehnen. Punkt acht Uhr wurde die letzte Bank abgezogen. Dann badete man, rasierte sich und frühstückte. Herrlichen Mokka gab es bei Ströbel, Brötchen mit Butter — einfach alles. Zuletzt noch einen Kognak — und dann los! Ottos Unfall war telephonisch gemeldet worden. Augenblicklich hatte Weißbach, so wie es sich für einen Adjutanten gehörte, seine „Maßnahmen ergriffen“. Alles telephonisch. Er wollte ins Lazarett fahren, sobald eine Minute Zeit war. Er wußte, was man von ihm forderte —

Der General befahl mit Ottos Regimentskommandeur im Felde verbunden zu werden — und dann: wenn Anmeldungen vorliegen?

„Der Herr von der Presse.“

„Ich bitte!“ Die Verblüffung warf Weißbach nahezu zu Boden.