Bleich, gelb, mit wächsernen Ohren, die Schultern nach vorn gebogen, hustend, trüb die Augen, fiebernd — sie alle waren schon gezeichnet. Die Grippe würde sie holen, heute, morgen, in einem Jahr — spielt keine Rolle, sie entgingen ihr nicht mehr. Die Bretter lagen schon geschnitten für sie auf dem Stapel irgendeines Holzplatzes. Aber noch lachten sie, die kleinen wächsernen Stenotypistinnen, kicherten. Sollte man es für möglich halten — während schon die Bretter zusammengenagelt wurden? Sie erregten sich, debattierten, das Blut stieg in die bleichen Gesichter.
„Haben Sie gelesen — haben Sie gehört — nun behaupten sie, daß wir Fett aus Leichen herstellen.“
„Fett aus — wie sagen Sie? Wer —? Fett?“
„Die Entente, natürlich!“
„Diese Schurken, diese —!“
„Ah, ah — aber das ist doch —!“
„Ist es nicht schlimmer als Mord? Sind wir Verbrecher, Auswurf der Erde? Darf man — ich ertrage es nicht mehr, ich zittere an allen Gliedern — die Grippe. — Wie können Menschen so tief sinken? Ah, pfui, pfui —!“
„Auch mich hat die Grippe gepackt. Sie sollten sich nicht so erregen, beim Essen besonders. Und die Regierung —?“
„Die Regierung? Sie schläft. Sie liest keine Zeitungen, weiß es noch gar nicht. Sie läßt das Volk beschmutzen, schläft. Versteht nichts, hat Bedenken, unfähig, über alle Maßen.“
Kohl und Rüben, Rüben und Kohl, jeden Tag. Erfrorene und angefaulte Kartoffeln, vielleicht etwas Erbsen und zuweilen, ganz selten, ein Stückchen Fleisch, sehr wenig, und meistens ein Knochen. Die Knochen wurden ja gesammelt und den Küchen zur Verfügung gestellt. Aber doch war es weitaus besser hier als am Alexanderplatz, dort roch es sauer und unangenehm, zum Erbrechen.