„Na, also jetzt, weiter unten. Wie war es denn da weiter unten? Wer war da weiter unten?“

Er meint in dem Graben gegen die Zuckerfabrik, der sich weiter entfernt von dem durchbrochenen Grabenstück befand.

„Ich!“ Ein Polacke, Unteroffizier, mit grünen Augen tritt auf.

„Ihr habt den Graben gehalten?“

„Haben wir gehalten, Herr Feldwebel, jawohl. Haben wir bis zuletzt gehalten.

Haben wir Feuer gehabt, den ganzen Tag. Haben wir gesessen und gewartet. Graben ganz kaputt. Sind die Franzosen gekommen. Haben wir sie gesehen kommen durch den Rauch. Haben wir geschossen, bis Gewehr heiß war. Haben wir in Flanke geschossen. Haben wir Barrikade gebaut, daß Franzose nicht hereinkam zu uns. Haben wir Handgranaten geworfen. Hin und her. So sind sie geflogen, immerzu, daß Stiele in der Luft tanzen, so. Alles Rauch. Ist Morgen gekommen. Hat Franzose einen Graben gebaut, so, hier hat er gebaut, quer.“

Die Franzosen, heißt das, haben einen Graben vorgetrieben, der senkrecht stand zu dem Graben des Polacken, von dem eroberten Grabenstück aus, und im Rücken des Grabens lief, den der junge Feldwebel mit den blanken Augen hielt.

Der Polacke fährt fort: „Haben wir gesagt, Franzose hat Graben gebaut. Haben wir Handgranaten geworfen, immerfort. Wenn wir was sehen, daß Sand aufgeschüttet wird, warfen wir gleich. Plötzlich bekommen wir Feuer von Granaten. Ein paar Stunden lang, gleich furchtbares Feuer. Die Sandsäcke fliegen. Ich war gar nicht mehr zu sehen! (Grinsen ringsum!) Plötzlich bekommt auch er Feuer. Artillerie schießt in seinen Graben, wo er gebaut hat in der Nacht. Jeder Schuß mitten im Graben! Jeder! Habe ich gesehen! Französische Artillerie schießt auf unseren Graben, unsere Artillerie schießt auf französischen Graben. Wie weit? Nicht hundert Meter! Der Fähnrich wird verwundet. Sagt: Unteroffizier, übernehmen Sie den Zug! Wie komm ich dazu, den Zug zu übernehmen? (Grinsen ringsum!) Nu, gut, ich übernehme Zug. Ein Volltreffer nach dem anderen in französischen Graben. Die Franzosen kommen näher her zu uns. Wollen Schutz suchen. Ich steh ganz vorn. Jeden einzelnen seh ich. Peng! Weg! Sie flüchten vor deutschen Granaten, kommen näher. Peng! Seh ich einen, trägt Verwundeten auf dem Rücken. Peng! Beide fallen sie. Sandsäcke fliegen. Peng! Handgranaten. Franzosen kriechen aus dem Graben. Wir schießen. Kommt die Nacht. Schweres Artilleriefeuer auf uns. Seh ich in der Nacht Franzosen schleichen. Ganz deutlich. Leuchtrakete geht hoch, sehe ich sie kommen. Sie kommen nicht diesen Weg, diesen Weg kommen sie –“

Er deutet auf die Karte.

„Welchen Weg?“