„Diesen Weg!“

„Das ist ja Blödsinn!“ Man hört sofort, daß der nüchterne Feldwebel spricht!

Der Polacke wird unsicher, gibt nach. „Diesen Weg, ja. Wir schießen. Ich höre sie röcheln und schreien. Einer ruft. Ganz nahe. Ich verstehe nicht, was er will. Was soll ich tun? Soll ich hinaus, ihn holen? Ich denke, vielleicht macht er uns Schwierigkeiten (!) und werfe Handgranate. Am Tag sehe ich ihn, es war ein Schwarzer. Er war tot. Am Morgen wieder Granaten. Eine neben die andere. Wir müssen zurück –.“

„Was müßt ihr –?!“ Der Feldwebel, der das Zurückgehen nicht schmecken kann!

„Wir waren nur noch vier, Herr Feldwebel –.“

Wem gehörte nun der Graben? Den Franzosen oder den tapferen Grauen? Das ist die Frage. Die Wahrheit aber ist die: er gehörte niemand.

Ein anderer Grauer tritt vor, der zuweilen blinzelt und einen eigentümlichen scharfen Blick hat. „Ich bin heute nacht draußen gewesen,“ sagt er, „ich sollte nachsehen – Befehl. Ich kam durch den Bach und kroch über das Feld. Es ist nichts zu sehen und nichts zu hören. Ich steige in den zerschossenen Graben. Niemand ist hier. Tote. Sandsäcke und zerschlagene Gewehre. Aber kein Mensch. Ich gehe bis hinauf in die französische Sappe und hier liegt alles voller Leichen, kein lebendes Wesen. Der Franzose hat den Graben geräumt. Daraufhin haben wir ihn wieder besetzt.“ –

So geht es also dort zu, in den Gräben bei Souchez, wohin sie heute nacht wieder gehen müssen. Ich habe die tapferen Grauen selbst sprechen lassen, denn sie erzählen zehnmal besser, als ich es je könnte.

Der Kirchhof von Souchez

Im Juli