Seine Leuchtraketen steigen. Hilfe! Seine Granaten tasten nach unsern Gräben. Unsicher. Er kann das Feuer nicht mehr dirigieren. Es ist Nacht. Der Sturm bläst und die Bäume rauschen, bis die Granate sie zerschmettert. Seine Leuchtkugeln steigen verzweifelt. Hilfe, Hilfe! O, jawohl, seine tapferen Kameraden, glaubt es mir, sie würden nicht zögern zu kommen, wenn sie könnten. Aber sie können nicht! Der ernste und nachdenkliche Oberst hat alles mit schrecklicher Genauigkeit vorbereitet, denn er denkt für seine Söhne. Es liegt Sperrfeuer auf den Verbindungswegen der Franzosen, furchtbares Feuer, nicht einmal ein Engel, ein unverwundbarer Engel käme durch den Feuerriegel! Sie sind verloren. Hier gibt es keine Wunder. Hier herrscht die Granate, Stahl, Sprengstoffe, nichts sonst. Sie sind umzingelt.
Das Feuer schweigt. Hurra! Vier Kompanien gehen vor zum Sturm. Wie Furien kommen sie daher. Tod oder Sieg! Es gibt nichts anderes.
Der Franzose aber ist nicht tot. Es wimmelt zwischen den Sandsäcken, es wühlt in den Gräben. Maschinengewehre, ein Schwarm zischender Spitzkugeln. Der schwere Fall von Männern, Handgranaten. Geschrei und Taumeln. Pardon! Pardon! Hände strecken sich aus den Gräben und Gräbern. Wir ergeben uns!
Der Kirchhof ist genommen!
Die Gefangenen werden abgeführt. Die Verwundeten schleppen sich davon. Die Krankenträger tragen die Schwerverletzten. Der Tag graut. Nebel. Der ernste und nachdenkliche Oberst geht in seinem Zimmer hin und her und wartet auf Botschaft.
Der Kirchhof hat neue Gäste bekommen. Was sind dagegen die paar Toten, die in ihrer Ruhe gestört wurden!
Hier liegen tausend Franzosen, hier liegen Feldgraue, alle Söhne von Müttern – –
„Der Kirchhof von Souchez ist erobert.“ Eine Zeile. Die Leute sagen: Nun ist der Kirchhof von Souchez wieder genommen worden, Gott sei Dank! Sie denken sich nicht viel dabei, sie ahnen es nicht –!
Es ist möglich, daß die Franzosen wieder ein Regiment opfern, um den Kirchhof zurückzugewinnen, es ist sicher, daß wir ihn dann wieder stürmen werden. So ist es hier.
Wir haben den Riegel um Souchez vorgeschoben, wir haben ihn fester geschweißt, die Feldgrauen schweißten ihn fester mit ihrem roten Blut.