Kaltblütig stehen unsre Artilleriebeobachter in den vordersten Gräben und dirigieren das Feuer, unbekümmert um Granaten und Minen, die ringsum krachen. Die Sturmkolonnen kauern dicht gedrängt in den Unterständen und warten auf ihr Kommando. Sie liegen in den Sappen bereit, mit Handgranaten am Gürtel und im Arm, soviel sie schleppen können. Sie kauern in den unterirdischen Stollen, die unter unsren Drahtverhauen hindurchführen.
Plötzlich schweigt das Feuer.
In der nächsten Minute stürzen die schlesischen Jäger vor. Aus Sappen, Stollen, Gräben. Der Feind legt einen Feuerriegel vor unsre Gräben. Hindurch! Ein Leutnant setzt mit einem Sprung über einen vier Meter breiten feindlichen Drahtverhau. In sieben Minuten sind die vordersten Gräben überrannt.
Ungeheuer sind die französischen Verluste! Seine Gräben wimmelten von Truppen, denn er hatte selbst einen Angriff geplant, und wir waren ihm um einen Tag zuvorgekommen. Eine Mine war in ein Lager von Handgranaten eingeschlagen und hatte furchtbare Verwüstungen angerichtet. In einem einzigen Unterstand fand man einhundertundfünf Tote. Seine Verbände waren zersprengt, aber noch keineswegs geschlagen.
Sie kämpfen wie Rasende.
Gräben, Sappen, Verbindungsgänge, Sprengtrichter und Granatlöcher, überall sitzen sie wie festgeschraubt und zerren so viel Feinde mit in den Tod, wie sie können. In einem Verbindungsgraben hat sich, mit zwei Gewehren, ein französischer Offizier eingenistet, der unaufhörlich feuert. Ein Soldat hockt neben ihm und ladet ihm die Gewehre. Es ist ein Einzelgefecht im großen Kampfe, bis es gelingt, den kühnen Gegner zu vernichten. Ein Hauptmann bedient einen verborgenen Minenwerfer, obschon seine Leute ringsum gefallen sind. Er kämpft mit äußerster Todesverachtung, bis ihn ein Schlesier niederschlägt.
Schon beginnt wieder das Dickicht. Tausendfach schwirrt der Tod durch den Wald. Ein Fort, ein eingegrabenes Blockhaus. Ein paar Pioniere heran, Sprengladung angebracht, fort! Das Blockhaus fliegt in die Luft. Der Feind läßt eine Mine hochgehen, Steine und Erde hagelt es aus der Luft. Im nächsten Augenblick sitzen unsre Grauen im Sprengtrichter und verteidigen ihn nach allen Seiten. Es sind rasche Teufel, man muß es zugeben!
Der Feind ist zersprengt, gefangen, geschlagen.
Die Argonnenleute sind nicht zum Stehen zu bringen. Sie jagen weiter, die Höhe hinunter. Sie stürmen ein französisches Lager, vernichten, was sie vernichten können. Für all diese Fälle sind sie schon vorbereitet. Sie haben Beile bei sich! Sie stürmen bis zu den feindlichen Geschützen vor und ringen mit den grauen Untieren, um sie wegzuschleppen, um sie auf die Höhe zu schaffen. Mit, alles mit, was mitgehen kann! Aber die Geschütze sind zu schwer, zu fest eingebaut – es ist menschenunmöglich, sie gefangenzunehmen und schon nahen französische Reserven. Kurzer Prozeß! Sie schlagen kaputt, was sich kaputt schlagen läßt, die Richtvorrichtungen, die Verschlüsse. Sie schieben den grauen Untieren noch rasch ein paar Handgranaten ins Maul, um sie zu zerstören.
Es ist höchste Zeit! Einer wirft noch rasch eine Handgranate in das Munitionslager und es fliegt in die Luft.