Und so geht es weiter. Haubitzen, Granaten, Beobachtungsstände, Sprengstoffe, Flugzeuge, Trommelfeuer. Die helle Stimme des frischen, jungen Hauptmanns mit den vielen Bändern klingt und schmettert. Die Batterie, ja, er liebt seine Batterie, er liebt es, darauf loszufeuern, er liebt seine Leute. In acht Tagen wird er ganz neue Geschütze haben, dann kann es wieder losgehen. Zwölf Monate lang macht er die Sache schon mit, zwölf Monate ohne Unterbrechung lacht er dem Tod ins Gesicht. Seine Kanoniere fielen, seine Kameraden sanken in die Erde, Tausende von Feinden hat er vernichtet, er, der Herr der Haubitzen. Ich suche in seinem jungen Gesicht nach irgendeinem kleinen Zug von Ermüdung, Nervosität, Leid – nicht eine Spur ist zu finden. Hut ab vor dem Hauptmann!

Neulich aber wäre es ihm bald übel gegangen. Er hatte sich da seinen Beobachtungsstand in ein zerschossenes Haus aufs Dach gebaut, plötzlich kam eine Granate und schlug ausgerechnet in das Haus. Im nächsten Augenblick stürzten sie, sein Unteroffizier und er, mit Balken und Brettern vom Dachfirst in das Erdgeschoß hinab. Sie fielen durch eine rote qualmende Wolke und waren ein paar Minuten betäubt. Nichts geschehen, ein paar Schrammen, das war alles. Der Unteroffizier aber sagt: „Ich muß hinauf, Herr Hauptmann und den Batterieplan holen!“ –

Der Hauptmann lacht. Ein kerniges und gewinnendes Lachen.

„Hat er ihn geholt?“

„Natürlich! Das ist ja ein prachtvoller Kerl, dieser Unteroffizier, den sollten Sie kennen – haha!“

Ich steige aus. Der Hauptmann fährt weiter. Morgen nachmittag um sieben Uhr wird er in Starnberg sein, bei seiner Frau. Sie weiß nicht, daß er kommt. Er will sie überraschen.

Wie eine Granate kommt er aus La Bassée in das stille Haus am Starnberger See geflogen.

Der siegreiche Angriff in den Argonnen am 8. September

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10. September