„Na, was sagte ich!“ sagt der Divisionär und lacht. „Da kann er lange hinschießen.“
Und unsere Haubitzen krachen, daß der Boden bebt.
Zwischen den Eichen, wo eben die Granaten einschlugen, klettert ein Soldat den Wald herunter. Zum Teufel, was hat er da zu suchen?
Der Divisionär erzählt aus seinen Feldzugserlebnissen, von den Argonnen, von seinen prachtvollen Truppen. (Ja, das sind sie!) Er erzählt, daß er einen Fonds für die Hinterbliebenen seiner Division gegründet habe, der schon die Höhe von über dreißigtausend Mark erreicht habe. Wir plaudern, als säßen wir irgendwo behaglich bei einer Zigarre.
Nebenan, im Verbandplatz, ist schon alles bis aufs letzte vorbereitet. Hier führt ein freundlicher Arzt den Oberbefehl. Er sprüht von Leben und Arbeitseifer und steht sicherlich auf dem rechten Platze. Welch eine Wohltat muß es sein, verwundet aus dem Gefecht unter diese Hände und Augen zu kommen! Operationstisch, Verbandzeug, Instrumente, alles ist bereit, blitzblank sind die kleinen Kammern. Die Ärzte warten.
Der Jäger zu Pferde führt mich durch den Wald hinauf zu einer kleinen Baude. Hier haust während des Kampfes der Brigadegeneral v. K. mit seinem Stabe. Der General heißt mich willkommen und erlaubt mir, zu bleiben, solange ich will. Freundlicher wurde ich selten aufgenommen wie bei den Leuten im Argonner Wald.
Hier in dieser Baude wird fieberhaft (und doch mit welcher Ruhe!) gearbeitet. Der Adjutant, Hauptmann B., sitzt dauernd am Telephon. „Geben Sie mir diese und jene Stelle, rufen Sie Herrn Soundso! Wie? Das Feuer liegt vorzüglich. – Bei den Franzosen hat man eine Explosion beobachtet. Es wird ein Munitionslager in die Luft gegangen sein. – Teilen Sie Herrn X. Y. mit, daß die Batterie Z. glänzende Resultate hat. Ein Flieger hat es gemeldet. Erster Schuß saß sofort in Harazée (ein kleines Dorf), ebenso erster Schuß in Vienne-le-Château. Jawohl, danke schön. – Ich werde jetzt auf diesen und jenen Punkt feuern lassen. Es liegt Meldung vor, daß der Franzose versucht, da und dort Verstärkungen vorzuschieben.“
Das Telephon tutet. Ohne Pause geht es so fort.
Das kleine Fenster der Baude rasselt bei jedem Geschützschlag. Draußen scheint die Sonne. Die Granaten rauschen mächtig dahin. Zuweilen summt es in der Luft oder es klingt klirrend, wie wenn eine Stahlseite zerspringt, es pfeift: Sprengstücke, verirrte Kugeln, die durch den Wald fliegen.
Das Feuer hat um etwas nachgelassen, aber es ist noch immer ein infernalisches Dröhnen und Krachen.