(Der Tag, Berlin)

Frauen und Jünglinge, leset dies neue Buch – Ingeborg – diesen zweiten Roman von Bernhard Kellermann. Die Liebe lebt darin und die Romantik. Und der Wald lebt darin und alle Jahreszeiten. Jung ist es, ganz jung-jung, und das Blut macht es unruhig, es fiebert von Liebe. Mit einer kindlich zarten und zugleich unerhört verfeinerten Gabe wird hier von den heiligsten und besten Dingen gesprochen. Von Gott, von der Liebe, vom Wald ... Ich will mich mit diesem Buche nicht allein freuen. Jedem möchte ich es in die Hände drücken, der überhaupt noch einen Roman lesen kann.

(Die Zeit, Wien)


Der Tor

Roman. 14. Auflage. Geheftet 5 Mark, gebunden 6 Mark.

Die Leser von „Ingeborg“ werden ihren Dichter in diesem Buche wiederfinden, aber er wird ihnen als ein Größerer begegnen, reifer und reicher geworden in den wenigen Jahren, die zwischen den beiden Werken liegen. Sein Blick hat sich von den wolkengleich umrissenen Gestalten der Liebeslegende tiefer erdenwärts gewandt und schaut jetzt den Kreaturen des täglichen Lebens zu, wie sie, gehämmert, zerstoßen und verkrümmt von der Unerbittlichkeit der Verhältnisse, ihr Dasein zu Ende führen. Der Tor ist ein junger, reiner Mensch, der in einem Städtchen auftaucht, um das Unrecht zu sühnen, das Menschen an einer Verstorbenen geübt haben. Bald sieht er ein, wie vieles es im kleinsten Kreise gutzumachen gibt, woran die Menschen keine Schuld haben, und sein Drang weist ihm den Weg zu den Hütten der Elendesten, Bejammernswertesten. So ist auch dies Buch ein Buch der Liebe geworden, aber der Liebe des einen zu allen.

(Hannoverscher Kurier)


Das Meer