Roman. 18 Auflage. Geheftet 4 Mark, gebunden 5 Mark.
Es ist ein Werk, das man mit Ehrfurcht und Freude aus der Hand legt, im sicheren Bewußtsein, einen Schatz gefunden zu haben, von dem man immer wieder gern genießen wird. Ein kulturmüder Mann lebt einen Sommer hindurch auf einer bretonischen Fischerinsel. Er versinkt ganz in dem kräftigen, urwüchsigen Dasein dieser einsamen Welt. Trinkt, flucht, liebt und haßt wie die Bewohner der Insel, die gleich abgeschlossen ist von den Moralbegriffen wie dem Rechtsempfinden der Welt da draußen ... Manchem wird die wilde Schönheit unverständlich bleiben, manchen wird auch die feinste Sprachkunst nicht darüber hinwegsetzen, daß es immer wieder nur das Meer ist – und nur das Meer, von dem er lesen muß. Wer sich aber in dies Werk ernstlich vertieft, dem wird es seine Mannigfaltigkeit wohl erschließen. Und er wird meine Freude darüber teilen, daß auch einem Deutschen der Entdeckerflug in die unbekannten Reiche der Natur gelungen ist, der bisher Männern wie Kipling oder Loti vorbehalten schien. Nur daß Kellermanns Empfindung wärmer, seine Anschauungskraft stärker, seine Sehnsucht tiefer ist.
(B. Z. am Mittag, Berlin)
Der Tunnel
Roman. 120. Tausend. Geheftet 3 Mark 50 Pfennig, in Leinen gebunden 4 Mark 50 Pfennig, Geschenkband 6 Mark.
In diesem Buch rollt der Donner ungeheuerer moderner Maschinen. Weite und Welthorizonte sind in ihm. Aber alles wirbelt und tanzt und dreht sich, und man sieht nur große Konturen, sieht nur Massen, zusammengeballt und mit fortgerissen in der rasenden Bewegung dieser Zeit. Man spürt das unerhörte Tempo der Gegenwart, der heutigen Epoche, während man dieses Buch liest. Man spürt gleichsam die Erde ringsum vibrieren, als erbebe sie bis in ihren Grund unter der zugreifenden Gewalt des Menschen. Man spürt das Fiebern, Keuchen, Wüten und geniale Delirieren der unermeßlichen Arbeit, die rund um uns her verrichtet wird. Und das ist zuerst ein beklemmendes Gefühl, dann aber ein befreiendes Glücksbewußtsein. Man wird niedergedrückt und gleich darauf angefeuert, hoch emporgehoben und wie berauscht von Mut, von Entschlußfreude und Zuversicht und von Seligkeit, dieses schäumende Leben von heute mitleben zu dürfen.
(Neue Freie Presse, Wien)
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