Eisenhut streckte den Kopf vor. „Haben Sie denn — haben Sie denn diesen Schrank voller Wertpapiere gesehen? frage ich.“ Er lächelte eigentümlich und blickte Adele an.
Adele lachte laut und unnatürlich. „Selbstverständlich habe ich ihn gesehen. Sie haben mir ihn ja selbst gezeigt. Erinnern Sie sich, als ich in der Nacht zu Ihnen kam und zehntausend Mark bei Ihnen entlieh?“
Gelächter. Eisenhut starrte mit offenem Munde auf Adele.
„Aber genug nun! Ich habe an dem Glase genippt und sehen Sie her, ich nippe nochmals daran. Nun, nehmen Sie?“
Eisenhut nahm zögernd das Glas in die Hand. Bravo Eisenhut, hoch, hurra! Eisenhut, Eisenhut!
Aber Eisenhut trank nicht. Er schnitt Grimassen, er drehte den Hals als sei ihm der Kragen zu eng, er schwankte hin und her und blickte die Umstehenden, die lachten, plötzlich mit scharfen, bösen Blicken an. Gelächter.
„Bitte!“ sagte Adele und lachte. „Weshalb zögern Sie denn?“
Hier näherte sich Grau. Er sagte: „Fräulein von Hennenbach?“
Adele wandte ihm den Blick zu. Sie zog die Augen zusammen und sagte: „Bitte?“
In diesem Augenblick brach eine ungeheure Lachsalve auf Eisenhut ein. Er hatte die Scheine wieder in die Tasche gesteckt. Ja, er müsse doch ein Narr sein, ein vollständiger Narr müsse er sein! Hundert Mark für jedes Glas, die Herren bezahlen eine Mark dafür. Er verlor die Fassung und stellte das Glas so heftig auf den Tisch zurück, daß es zerbrach und der Wein über das Tischtuch floß. Eisenhut erschrak, einen Augenblick lang war seine Nasenspitze schneeweiß. Er bewegte die Lippen um etwas zu sagen, er blickte verwirrt auf Adele. Adele lachte und alle, alle lachten und stampften mit den Füßen und schrieen, was sie konnten.