„Hoch das Deutsche Reich, das Vaterland, hoch der deutsche Dichterwald und die Armee, die den Franzmann schlug! Alles hoch!“ fuhr der Redakteur schmunzelnd fort und plötzlich stand er auf und stand mit der Zungenspitze zwischen den Zähnen, das Glas in der Hand, da. „Hochverehrte Festversammlung, meine Herren und Damen, Festgäste —“

„Keine Reden! Um Gottes willen!“

„— der einzige Mann, sage ich, der die Lage überblickt hat, fahre ich fort, der uns zu dem gemacht hat, was wir sind, ein einig Volk, die erste Nation der Erde, bei deren Namen Klange die Erde erzittert — meine Herren! — Wir Deutschen fürchten Gott und sonst niemand in der Welt —“ er sank auf den Stuhl zurück.

„Was setzen Sie?“ schrie Eisenhut und schlug auf den Tisch, daß das Geld in die Höhe sprang.

„Meine Damen und Herren — fünfzig Pfennig — hoch die Fahne, sage ich, hoch! zum Kampfe gegen die rote und schwarze Gefahr, die des Reiches Wappenschild —“

„Schließen Sie endlich gefälligst die Klappe!“ sagte der dicke Chinese und lachte rasselnd. „Ihr Geschwätz versteht ja kein Teufel und gehen Sie in die Hölle mit Ihrer Politik, Verehrter — noch eine Karte Eisenhut, neun! — Doktor, vergessen Sie nicht unserm Gast einzuschenken —“

Der Redakteur fuhr flüsternd fort: „Laut statistischer Ziffern sind wir die stärkste Heeresmacht in Europa — ich fordere die Herren auf —“

„Sie langweilen unsern Gast!“

„Er ist unser!“ schrie der Redakteur und erhob das Glas gegen Grau. „Er ist unser, eine Stütze, ein Kämpe! Ja, wir müssen Brüderschaft trinken, unbedingt, eine Seele und ein Geist, der in uns lodert — wir sind im herrlichsten Fahrwasser mit unserer Politik. Die letzten Ergebnisse — was meinen Sie? Nicht, daß schon alles getan wäre — aber das Fahrwasser, das Fahrwasser, wie?“

„Ich bin leider nicht imstande, die gegenwärtige Lage zu überblicken,“ sagte Grau.