Vor dem Bahnhofe wartete eine Art Wagen, einer großen Hutschachtel ähnlich, die ganz oben ein winziges Fensterchen hatte. Aus dem Fenster blickte das fette, zufriedene Gesicht des Viehhändlers, der sich im Zuge so gut amüsiert hatte. Eine Zigarre glimmte in seinem Munde und sein Gesicht füllte das ganze Fenster aus. Auf dem Bock des Wagens saß ein dunkles Bündel und dieses Bündel rief: „Weißer Elefant?“

„Nein, danke!“ antwortete der Fremde, der in der eisigen Luft heftig zu zittern begann. „Ist es denn weit zur Stadt?“

„Höhö! Eine halbe Stunde! Der Herr fahren also nicht mit? Hü!“

Die Hutschachtel rollte davon und die glimmende Zigarre des Händlers erlosch in der Nacht wie ein kleines Fünkchen.

Der Lehrer lachte herzlich. „Sie können sich doch denken, verehrter Herr,“ rief er aus, „daß der Bahnhof weit außerhalb der Stadt liegt! Man befürchtete, die Häuser würden einfallen. Ich werde mir erlauben, Ihnen in aller Eile eine Skizze von dieser Stadt zu entwerfen und Sie werden mir in einer Woche, nein, morgen schon sagen können, ob ich ein Talent zu Schilderungen habe oder nicht. Diese Stadt also —“

„Verzeihung!“ unterbrach der Fremde den geschwätzigen Lehrer. „Darf ich mir eine Frage erlauben? Hier in der Stadt hat sich ein Unglück ereignet, nicht wahr?“

„Ja.“

„So viel ich hören konnte, ein Mädchen hat sich das Leben genommen?“

„Ja — ja — richtig!“ Der Lehrer blickte den jungen Mann prüfend von der Seite her an. „Haben Sie denn nicht geschlafen?“ fragte er, ohne seine Überraschung verbergen zu können.

„Nein!“ Der Fremde lächelte fein. „Ich habe nicht geschlafen, ich habe jedes Wort gehört.“