Der Freiherr lachte immer noch.

„Für den Ring habe ich leider keine Verwendung,“ sagte er und lachte immerfort.

„Bitte sehr!“ Grau lächelte sonderbar. „Selbst Sie also nicht!“ sagte er und sah dem lachenden jungen Mann in die Augen.

Plötzlich jubelten alle und blickten zur Türe. An der Türe hörte man das Lachen von Mädchen, Adele und die Schwestern Sinding traten ein.

„Hurra! Hoch die Damen!“

Fünftes Kapitel

„Ah!“ schrien die Herren und fuhren in die Höhe. Der dicke Chinese schwang den Schirm wie eine Fahne und der Redakteur verneigte sich tief und ruckweise, daß sein wirres Haar über die Stirne flog. Hurra! Hoch die Damen! Hoch! Ein Stuhl klapperte auf dem Boden und ein Weinglas fiel auf geisterhafte Weise ganz langsam von selbst um und zerbrach. Adjunkt Kaiser schlief friedlich in seinen Hemdärmeln; da keine Karte mehr gekommen war, war er eingeschlafen.

Der Rauch wirbelte zur Türe hinaus, so sah es aus als kämen die Mädchen aus einer Wolke. Sie standen alle drei zögernd beisammen und hatten Furcht der Gesellschaft nahe zu kommen, die lärmend auf sie eindrang.

„Wir wollten einmal sehen, wie die Herren sich amüsieren!“ sagte Adele und blickte umher. Sie bewegte den Fächer in der Hand und der Ärmel ihres Kostüms fiel herab, so daß man ihren weißen vollen Arm sah. In dem roten Kostüm, mit den schwarzen Haaren, den hellen Augen sah sie imponierend und fremdartig schön aus. Rosen schmückten das Haar, die Schulter, den Gürtel. Sie lachte. Ihre Zähne waren so weiß, ihre Lippen waren so rot. Aber ihre Augen waren ohne Erbarmen, stechend und hart.

Sie blickte auf Grau, sah aber sofort weg, sie streifte Eisenhut mit einem raschen Blicke.