Eisenhut hatte sich langsam erhoben als Adele sichtbar wurde. Er reckte den Spitzbart vor, hörte auf zu blinzeln und machte die Augen scharf, um sich zu überzeugen, daß sie wirklich im Zimmer stand. Er wurde fahl, richtete sein Kostüm, strich sich die Haare zurecht und starrte unausgesetzt auf Adele. Auf seinen Lippen erschien ein verzweifeltes Lächeln. Er ließ sich auf das Sofa nieder, langsam, um kein Geräusch zu machen, und versteckte sich hinter dem jungen Hennenbach, der mit Klara Sinding plauderte.
Plötzlich lachten alle. Der junge Lehrer nämlich, der unter dem Tische schlief, erwachte und machte sich auf allen Vieren aus dem Staube. Er kroch zur Türe, stieß sie mit dem Kopfe auf und verschwand.
„Ja, was ist denn das?“ schrien die Mädchen.
„Das ist unser Hund!“ sagte Herr von Hennenbach, der seine Trunkenheit geschickt hinter seinen sicheren gesellschaftlichen Formen verbarg. „Er geht um für die Damen zu bestellen!“
„Hahaha!“ lachten die Schwestern Sinding und Klara blickte Herrn von Hennenbach mit schwärmerischen, glänzenden Augen an; sie verriet sich mit einem Blicke.
Professor Richter ordnete geschickt wie ein Kellner die Gesellschaft. Gläser! Die Damen sollten sich zu Hause fühlen, höhö! Gläser für die Damen.
„Nein, keinen Wein, um Gottes willen!“ rief Adele. „Vielleicht könnte man ein Glas Selters haben.“
„Selters! Selters!“
Auch die Schwestern Sinding wollten nichts mehr trinken. „Selters, ja.“ Sie saßen mit glühenden Wangen da.
Adele lachte laut auf. „Hier ist er ja, unser Herr Eisenhut!“ rief sie und zeigte auf Eisenhut. „Bedenken Sie nur, meine Herrschaften, hundert Mark war ihm zuviel für ein Glas Sekt, an dem ich nippte!“