Susanna lächelte und während sie lächelte, schlief sie ein.
Die Gesellschaft schlich sich davon. Mütterchen steckte Grau ein kleines Paketchen in die Tasche. „Nimm!“ sagte sie geheimnisvoll. „Wie soll ich dir doch danken? Ein solch herrlicher Tag! Für mich und Susanna! Wie glücklich sie war!“
Viertes Kapitel
In den Häusern zündete man die Lampen an und die Glocken läuteten den Abend ein, als die Gesellschaft in die Stadt eintrat. In den Straßen war es schon auffallend dunkel und merkwürdig warm. Kinder lärmten und die Leute standen vor den Häusern um die erfrischende duftende Luft zu genießen. Man hörte Stimmen in den noch dunkeln Zimmern, Worte, die gerufen wurden, die Familie des Schlächtermeisters Keim war um eine Talgkerze versammelt und nahm das Abendessen ein.
Am Marktplatze ging die Gesellschaft unter vielem Lärm und fröhlichem Lachen auseinander.
Grau und Adele gingen miteinander. Sie hatten den gleichen Weg.
„Wir haben ja den gleichen Weg!“ sagte Adele und sie sahen einander an und nickten. Sie waren beide beklommen und stiegen schweigend die Stufen hinauf. Über die Mauer des Friedhofes und aus Eisenhuts Garten hingen Zweige und Blüten, so daß sie durch eine Gasse von Blüten und Duft gingen. Es war schwül hier und dämmerig. Adele stand still und sog den Duft ein. „Es ist Jasmin.“
„Ja, es ist Jasmin!“ sagte Grau und wieder begegneten sich ihre Blicke.
Oben war es kühler. Sie atmeten auf.
Adeles Blicke gingen über die Stadt hin, in der es mehr blühende Bäume als Häuser gab. Aus dem Dunst der Dämmerung blinzelten Lichter und auf einem Dache lag ein fahler goldener Ton. Eisenhuts Garten war eine einzige lange Woge von Blüten, die gegen die Höhe anschäumte. Adele schüttelte den Kopf und deutete auf Eisenhuts Gartenmauer.