„Welch ein Gedanke!“ sagt Grau erstaunt und verwirrt.

Vielleicht habe sie das gedacht, vielleicht, man wisse es ja nicht, aber eine Frau war sie ja doch! Nicht wahr? „Ich muß jetzt ebenfalls gehen, Herr Grau. Leben Sie wohl!“ Adele nickte.

Grau zog den Hut: „Leben Sie wohl, Fräulein von Hennenbach.“

Adele ging immer mehr rückwärts, an das Gitter gelehnt.

„Leben Sie wohl,“ wiederholte sie und sie sahen einander lange an.

Grau schwindelte. „Gute Nacht und Dank für den Abend!“ sagte er mechanisch.

Adele wandte sich um und blickte über die Schulter zurück. „Leben Sie wohl — bis wir uns wiedersehen!“ sagte sie und Grau sah ihre schmalen Zähne schimmern. Sie ging hinein in den dunkeln Park. — — — —

Grau sah sie gehen und ihr helles Kleid im Dunkel untertauchen. Unter der Lampe des Eingangs leuchtete es wieder auf und verschwand.

Er schloß langsam das Gitter. Es konnte doch nicht die ganze Nacht hindurch offen stehen. Er blickte auf den Weg, wo sie gegangen war und schüttelte den Kopf: Sie wußte ja nicht alles, ja, beim Himmel, sie wußte ja nicht alles!

Wußte sie denn, daß er wach lag und nur an sie dachte? In ihrem Garten stand ein blühender Apfelbaum und ihn liebte er am meisten von allen blühenden Bäumen im Lande.