Der Baron lachte und sprach auf Grau unausgesetzt ein. Er nahm die Spieldose aus der Tasche und zog sie auf. Der Blick seiner dunkelgrauen Augen war unsicher und flackernd, ruhelos und gequält. Grau erinnerte sich, diesen Blick bei einem Manne gesehen zu haben, der mit nackten Füßen auf Glasscherben tanzte, um sich zu vergessen, um sich selbst zu foltern — der Mann hatte wohl seinen Grund gehabt. — Auf der rechten Wange hatte der junge Mann einen kleinen Schmutzflecken und gerade dieser Schmutzfleck allein schien sein Gesicht brutal und betrunken zu machen, denn außerdem war es fein und regelmäßig, ja sanft.

„Hören Sie das Orchester? Behüt’ dich Gott — Onkel!“ schrie er den Wirt mit dem kleinen Kopf an. „Bringe mir den schwersten Wein, den du hast im Keller — schwarz muß er sein — sofort! Das heißt, du brauchst dich nicht zu beeilen. Du kannst wegbleiben, solange du willst, Onkel, wir brauchen dich ja nicht hier — keine Seele fragt nach dir! Herrgott im Himmel, Onkel, wie ein Floh kommst du mir heute vor, genau wie ein im Dienst ergrauter Floh —“

„Herr von Hennenbach, Herr Baron!“ rief die blonde Frau im Erker und kicherte in die Hände.

Der Wirt murmelte eine Verwünschung und näherte sich Grau. „Was wünschen der Herr? Abendbrot?“

„Ja, eine Kleinigkeit.“

„Schweinebraten, Schnitzel, Nieren —“

Grau winkte ab und schüttelte den Kopf. Der Wirt begann laut zu bellen. „Der Herr können auch Taube haben, Huhn —“

Grau machte ein hilfloses Gesicht. „Nein, danke,“ sagte er, „ich bin nämlich gar nicht hungrig, müssen Sie wissen. Vielleicht haben Sie etwas Wurst und Bier?“

Der Wirt entfernte sich mit einer ärgerlichen Grimasse.

Die Frau im Erker begann zu kichern und zu keuchen und plötzlich stieß sie einen leisen Schrei aus. Dann hustete sie und rückte den Stuhl. „Sie sollten nicht mehr trinken, Herr Baron, Sie Wildfang!“ kicherte sie.