Hier erhob sich Grau und verbeugte sich. „Ich sehe, der Herr sind in guter Laune,“ sagte er, „ich verstehe das recht wohl, daß der Herr scherzen wollen, aber sollte es nicht jetzt genug sein?“ Er sah den Baron an und plötzlich veränderten sich seine Augen. Eine leichte Glut begann in ihnen aufzuleuchten und ihr Blick schien langsam in die flackernden Augen des Barons einzudringen, bis hinab in die Tiefe.
Der Baron blinzelte, wie um sich von einer Macht zu befreien. Er kniff die Lider zusammen und lachte.
„Aber, Herr Baron!“ kicherte die blonde Frau im Erker.
„Hundert Mark! Für die Tasche hier! Barzahlung? Nicht? Aber Herr, Herr, was ist mit Ihnen? Sie scheinen nicht allein kurzsichtig zu sein — aber hole mich der Teufel, ich darf Sie doch zu einer Flasche Wein einladen?“
„Ich danke Ihnen herzlich,“ sagte Grau und errötete, „ich habe keine Lust. Ich bin zu müde, danke!“
Der Baron lachte und schrie: „Dieser Herr errötet, Tante, wie ein junges Mädchen, wie ein Jüngferchen aus dem siebzehnten Jahrhundert. Also, Sie schlagen die Einladung aus?“ wandte er sich wiederum an Grau. Er wartete ein wenig und sah Grau in die Augen; er wollte wieder zu sprechen beginnen, aber er zögerte und verlor von neuem unter dem Blicke Graus die Sicherheit. Einen Augenblick lang sah er überrascht aus, dann lachte er heraus und schrie: „Gut! Und wenn Sie mich auch noch so kurzsichtig ansehen, wissen Sie nun, was? — Hole Sie der Teufel!“ Er klappte die Reitstiefel zusammen und drehte sich um.
Grau zuckte die Achseln und winkte den Wirt heran. „Wo ist das Hexengäßchen, bitte?“ fragte er.
„Hexengäßchen? Hexengäßchen? Ja, was wollen Sie denn im Hexengäßchen, im Hexengäßchen?“
„Ich will jemand besuchen, der hier wohnt. Neben dem Armenhaus.“
„Armenhaus? Armenhaus?“