„Eine Frau Sammet möchte ich besuchen, eine Eierhändlerin. Sie wohnt doch da, nicht wahr?“

Nun verstand der x-beinige Wirt mit dem kleinen Kopf, der in Wirklichkeit mit den großen Augen, der langen, flachen Nase, dem kleinen Mund und dem verkümmerten Kinn dem Kopfe eines Flohs glich. „Der Herr kommen zur Beerdigung?“

„Ja,“ sagte Grau und schlüpfte in den Mantel, während ihm der Wirt den Weg beschrieb.

„Wenn er doch zum Teufel ginge!“ schrie der Baron mit einer zu Graus Verwunderung nahezu haßerfüllten Stimme.

Ah, wie traurig, dachte Grau, er ist unglücklich, und noch so jung!

Grau kehrte nach einer Viertelstunde unbefriedigt zurück und ging sogleich auf sein Zimmer. Er hatte die Eierhändlerin nicht zu Hause angetroffen.

Fünftes Kapitel

Grau schloß die Türe seiner Kammer und begann augenblicklich erregt mit sich selbst zu sprechen.

„Man nimmt sich doch nicht so rasch das Leben!“ sagte er und gestikulierte heftig. „Das Mädchen war doch so jung und gesund! Aus Scham allein hat sie es nicht getan, das glaube ich nicht. Nein, nie und nimmer! Es mußte noch etwas anderes mitspielen, eine Kränkung oder sonst etwas. Der Fleischergeselle leugnet. Man kennt den Verführer nicht. Ich werde ihn herausfinden, bei Gott, das werde ich!“

Er war todmüde und legte sich zu Bett. Er war einen vollen Tag unterwegs gewesen und hatte, um Geld zu sparen, noch dazu eine Strecke von fünfzehn Kilometern zu Fuß zurückgelegt, um einen Umweg der Bahnlinie abzuschneiden.