Sie ging. Grau gab ihr das Geleite bis zur Gartentüre. Man fühlte, wie man sich durch die Wärme hindurch gleichsam Bahn brechen mußte, und Duft und Schwüle der Luft betäubten ein wenig. Adeles reiches Haar sprühte wie eine schwarze Flamme und hob sich scharf vom tiefblauen Himmel ab. Es war das einzige ringsumher, das schwarz war, denn alles war grün, golden und blau.
An der Türe sagte Grau: „Ich habe gehört, Sie reisen bald?“
Ja, bald ginge es fort. Adele lachte und blickte in die Luft empor, wo die Mücken über dem heißen Wege tanzten. „Es ist übrigens nicht ganz sicher, ob ich so bald reise,“ sagte sie. „Aber ich freue mich darauf, fortzukommen, hinaus in die Welt. Nur denke ich zuweilen —“
„Was denken Sie zuweilen?“
„Ich weiß nicht, ob ich für die Ehe geschaffen bin, denke ich zuweilen. Wenn ich den Baron nicht so sehr liebte, aber ich liebe ihn ja so sehr.“
Grau sah sie an. Schön und stark war sein Blick.
„Nun?“ fragte Adele.
„Es ist mir bange um Sie!“ sagte Grau und er wußte nicht wie ihm die Worte auf die Lippen kamen.
Adele öffnete die Lippen und erbleichte ein wenig. „Bange?“
„Ja!“ fuhr Grau fort — und plötzlich verlor er die Sicherheit, er wurde verlegen und setzte höflich hinzu: „Ich bitte Sie recht herzlich, den Schritt reiflich zu überlegen.“