Plötzlich erstarrte Grau: Ist es verboten an ihn zu denken?

Verboten, verboten? Die Sterne blickten ihn an, Glanz blendete ihn. Er zitterte, sein Herz stand still und das Blut glühte in seinem Kopfe. Er hatte Furcht, entsetzliche Furcht. Er erbleichte und verhüllte sein Gesicht.

Wozu fragen, wozu denken, wozu Worte? Niederfallen, knien, sich beugen, beten, das ist alles, es gibt nichts andres.

Grau ging hinein in den Wald, wo es ganz dunkel war.

„Vergebung!“ sagte er. Der Wald rauschte.

Durch die dunkeln Wipfel blitzte ein Stern. „Goldener Gott!“ flüsterte Grau. „Auch hierher folgst du mir?“ Er schloß die Augen — da fühlte er den Duft des Waldes. „Auch hierher? Das alles ist zu gewaltig für ein Menschenherz.“ Er roch den Duft nicht mehr, da begann sein Herz zu pochen, fürchterlich schlug es. „Auch hierher folgst du mir!“

Sein Herz stand still, da begann ein großes Auge in ihm zu funkeln. — Er kniete nieder und beugte das Haupt. —

Als Grau nach langer Zeit wieder aus dem Walde trat, war er ganz blaß und erschöpft. Er lächelte matt und seine Augen standen voll Tränen. Er hatte gebetet zu seinem Gotte und ihn um Kraft angefleht, Adele würdig zu werden.

Nun fühlte er sich stark und frei. Nie hatte er sich freier und glücklicher gefühlt.

„Komm, Adele!“ rief er. „Ich bin bereit! Komm!“