Gott?

Der Furchtbare, der Pflanzen und Getier träumte? Unfaßbare Formen, verwirrende Gebilde. Sein Gedanke ward zum Feuer, sein Atem zum Gesang, seine Blicke schleuderten die tanzenden Sterne in den Raum, sein Blick fiel auf die Erde und aus dem dunkeln Haupt der Erde sprang der Mensch. Das Heben seines Lides kann das All zerschmettern, das Senken seines Lides ein neues schaffen und alles kreist und blüht wie zuvor.

War er so? Er, er? Er, nach dem die menschliche Sehnsucht irrt wie ein Hund, der die Spur des Herrn sucht.

Ist er überall? Im Grase, im Baume, in der Katze, die über die Mauer schleicht und in mir? Blickt er ewig auf mich mit einem seiner ungezählten Augen? Oder blickt er aus mir, pocht er in mir, ist er ewig in mir, in jedem Gefühle, folgt er mir jetzt in meine Gedanken? Duftet er aus der Blume?

Ist er in den Sternen, im Licht?

Oder ist er fern von allem, fern, fern von der Erde und wirft nur in Millionen Jahren einen Blick auf sie.

Ist er in der Bewegung — oder ist er das Einzige, das ruht?

Es ist ja nicht mehr wie früher, da er in einem Garten mit den Menschen wandelte, oder im Donner redete oder auf einer Wolke dahin fuhr.

Wir können ihn ja nicht mehr denken — aber wäre er nicht weniger groß, wenn wir ihn denken könnten?

Er ist eine Sehnsucht!