„Er ist da, er ist zu Hause!“ sagte der Schlächtermeister Keim und schon zitterte das Lachen in seinen dicken Backen. „Er ging soeben hinein.“

Grau läutete wieder.

„Unterdessen,“ sagte er zu dem Schlächtermeister, „ich komme in einer Angelegenheit, die nicht nur Herrn Eisenhut betrifft — Grau, Vikar Grau — Sie kennen diese alte Frau Sammet, diese Eierhändlerin, Herr Keim, nicht wahr, das ist Ihr Name — auf dem Firmenschild da —“

„Jawohl, Keim, so heiße ich.“

„Wer so prächtig aussieht wie Sie — hier ist die Liste — deswegen wird kein Auge weniger auf der Suppe schwimmen —“

In dem Gesichte des Schlächtermeisters, der vor Wohlgenährtheit nahezu platzte, verschwand augenblicklich jede Spur von Fröhlichkeit, ja, er sah plötzlich betrübt aus. Er hatte in letzter Zeit soviel gegeben, daß er wirklich nicht mehr konnte. Er rückte die Kappe vor, um sich hinterm Ohr kratzen zu können. Jeden Tag käme etwas Neues.

Grau sah ihn an und lächelte. „Aber wer so gütig aussieht wie Sie?“ sagte er. „Ich glaube ja gerne, daß Sie in der letzten Zeit stark in Anspruch genommen wurden, aber das ist doch ein besonderer Fall, nicht wahr?“

„Jeder Fall ist eben besonders.“ Der Schlächtermeister steckte die Hände in die Hosentaschen und schaukelte leise auf den kurzen schwammigen Beinen hin und her.

Grau lächelte. „Erlauben Sie,“ begann er von neuem, „würden Sie sich zu einer kleinen Gabe entschließen können, wenn ich Ihnen einen Scherz erzählte, über den Sie herzlich lachen müssen und den Sie Ihr ganzes Leben — ich sage, Ihr ganzes Leben lang nicht mehr vergessen?“

Herr Keim bemühte sich ein ernstes Gesicht zu machen.