„Er ist nicht verheiratet?“ fragte Grau.
„Ach nein!“ Hammerbacher lachte laut auf. „Keine mag ihn, trotzdem er so reich ist. Er hat auch einmal Margarete einen Antrag gemacht.“
„Unmöglich!“
„So wahr ich dasitze! Sie hat es mir selbst erzählt. Er sagte: Du sollst ein seidenes Kleid haben, eine Uhr, Ohrringe, einen Wagen und in acht Tagen wollen wir Hochzeit machen, diese Damen vom Tennisklub sollen vor Neid grün und blau werden.“
„Ah! Er hatte wohl schlimme Erfahrungen gemacht?“
„Er soll sich einen Korb geholt haben, ja. Aber auch Margarete mochte ihn nicht. Sie ging aus seinem Hause.“
Grau stand auf und ging ans Fenster. Wie merkwürdig und wie einfältig, nun hatte ihn plötzlich ein Gefühl der Rührung ergriffen. Aber was in aller Welt sollte denn Ergreifendes an dieser Erzählung sein?
„Er hat wohl keine Freunde, Herr Eisenhut?“ fragte er endlich.
„Doch, er hat schon Freunde, die kommen zu ihm um zu trinken. Sie trinken oft die ganze Nacht hindurch bei ihm, das ist in der Stadt bekannt, sie schreien und brüllen bis zum Morgen. Wenn ich ins Schlachthaus fahre, gehen sie heim, sie sind dann alle betrunken und schreien und lachen. Sie heißen sich: ‚Der goldene Zirkel‘.“
„Dazu ist er also nicht zu geizig? Wie soll man das verstehen?“