Es ist ja gar nicht wahrscheinlich, daß er gerade am Ort der Katastrophe war, dachte sie. Der Tunnel ist so groß! Trotzdem aber irrten wirre und drohende Gedanken in ihr.

Plötzlich blieb sie stehen.

„Horch!“ sagte sie. Edith lauschte und sah dabei zur Mutter empor.

Ein Gewirr von Stimmen drang hierher. Und nun sahen sie auch Leute, eine graue tausendköpfige Menge, die sich bewegte. Es war aber im Dunst gar nicht zu erkennen, welche Richtung sie nahmen.

„Warum schreien die Leute?“ fragte Edith.

„Sie sind wegen des Unglücks beunruhigt, Edith. Wenn die Väter all der kleinen Kinder in Gefahr sind, so sind die Frauen natürlich in großer Sorge.“

Edith nickte und nach einer Weile sagte sie: „Es ist wohl ein großes Unglück, Mama?“

Maud schauerte zusammen.

„Ich glaube, ja,“ antwortete sie, in Gedanken. „Es muß ein großes Unglück sein! Wir wollen rascher gehen, Edith.“ Maud schritt aus, sie wollte — ja, was wollte sie? Sie wollte handeln ...