Der Beamte drinnen sah den Schreihals bleich und abweisend an: „Sie wissen genau, daß die Shares unkündbar sind. Sie haben Ihre Zinsen zu fordern, das ist alles!“
Die Scheiben klirrten plötzlich an allen Ecken und Enden und die Clerks begannen nunmehr wieder fieberhaft rasch Geld auszuzahlen. Allein es war zu spät. Das Geschrei, das sich erhob, als die Auszahlung wieder begann, wurde von dem zusammengepreßten Menschenhaufen im Saal und Vestibül mißdeutet, und das Gedränge wurde noch schrecklicher.
Wer den Ausgang erreichen konnte, machte sich so rasch wie möglich davon. Aber auch das gelang nur einzelnen. Plötzlich krachten die Schaltertüren und die Menge wurde in den Kassenraum gepreßt. Die Clerks und Beamten flüchteten, Bücher und Kassetten und Geld zusammenraffend, so gut es ging. Die Menge brandete hinein und im Nu waren die eichenen Schalterwände eingedrückt. Auf diese Weise war Luft entstanden. Die Menge rannte durch alle denkbaren Türen hinaus. Aber nun wirkte der Druck von hinten um so stärker, die Menschenhaufen wurden hineingeschossen. Hier aber fanden sie zu ihrer größten Verblüffung eine zerstörte und geplünderte Bank vor. Umgeworfene Pulte, verstreute Papiere, ausgeschüttete Tinte und Haufen von Kleingeld und zertretenen Dollarscheinen.
Eines aber war klar für sie: ihr Geld war verloren! Hin! Kaputt! Ihr Geld, ihre Hoffnungen, alles!
Das ganze Gebäude heulte vor Wut und Empörung. Man begann zu demolieren, was zu demolieren war. Fenster klirrten, Tische, Stühle zerkrachten und ein fanatischer Jubel brauste auf, so oft es Trümmer gab.
Das Syndikat-Building wurde gestürmt!
Dreißigtausend Menschen — und nach manchen mehr — drängten hinein und wurden die Treppen empor in die oberen Stockwerke geworfen. Die wenigen Schutzleute, die zur Ordnung da waren, waren vollkommen machtlos. Die friedlich Gesinnten suchten irgendwo einen Ausweg, die Wütenden aber suchten sich festzukeilen, wo immer es ging, und ihren Zorn zu befriedigen.
Das Gebäude war an diesem zweiten Januar fast vollkommen verlassen und die meisten Stockwerke gänzlich leer. Um Geld zu sparen hatte man beschlossen, nur die notwendigsten Räume beizubehalten und die frei werdenden Etagen zu vermieten. Die meisten Ressorts waren schon nach Mac City übergesiedelt, andere im Umzug begriffen, die an Anwälte und Firmen vermieteten Etagen aber heute noch nicht im vollen Betrieb.
Das zweite und dritte Stockwerk war angefüllt mit Ballen von Briefschaften, Rechnungen, Quittungen, Plänen, die in den ersten Tagen des Jahres nach den neuen Büros transportiert werden sollten.
Sinnlos in seiner Wut begann der Pöbel diese Ballen durch die Fenster auf die Straße zu werfen und das Treppenhaus damit anzufüllen.