Unterdessen aber saß Allan im Staatsgefängnis von Atlanta. Er verlor nicht den Mut, denn er nahm das Urteil nicht ernst.

Im Juni nahm die Revision des Prozesses ihren Anfang.

Der Riesenprozeß wurde abermals aufgerollt. Das Urteil aber blieb unangetastet und Allan kehrte nach Atlanta zurück.

Die Sache Allan ging an den Supreme Court. Und nach drei weiteren Monaten wurde der letzte Prozeß geführt. Es wurde Ernst und ging um Allans Hals.

Die finanzielle Krise war unterdessen abgeflaut. Handel, Verkehr, Industrie begannen sich zu erholen. Das Volk hatte seinen fanatischen Haß verloren. Aus hundert Anzeichen merkte man, daß jemand an der Arbeit war, Allans Sache zu ordnen. Man behauptete, es sei Ethel Lloyd. Die Zeitungen brachten günstiger gefärbte Artikel. Die Geschworenen waren ganz anders zusammengesetzt.

Allans Aussehen befremdete, als er vor dem Supreme Court erschien. Seine Gesichtsfarbe war fahl und ungesund, seine Stirn von tiefen Falten durchfurcht, die auch blieben, wenn er sprach. Er war grau geworden an den Schläfen und stark abgemagert. Der Glanz seiner Augen war erloschen. Zuweilen schien er ganz teilnahmlos.

Die Aufregungen der letzten Monate, die Prozesse hatten ihn nicht niederwerfen können. Aber die Haft in Atlanta hatten seine Gesundheit untergraben. Ausgeschaltet vom Leben und von Aktivität mußte ein Mann wie Allan zugrunde gehen; wie eine Maschine zusammensackt, wenn sie zu lange stillsteht. Er wurde ruhelos und schlief schlecht. Entsetzliche Träume bekamen Gewalt über ihn, so daß er sich am Morgen gemartert erhob. Der Tunnel verfolgte ihn mit Schrecknissen. Es donnerte in seinen Träumen und das Weltmeer brach in die Stollen und Tausende trieben wie ertrunkene Tiere zu den Tunnelmündungen hinaus. Der Tunnel saugte wie ein Trichter: er verschlang Maschinenhallen und Häuser, die Tunnelstadt glitt in den Schlund hinein, Dampfer, Wasser und Erde, New York begann sich zu neigen und zu sinken. New York brannte lichterloh und er flüchtete über die Dächer der zusammenschmelzenden Stadt. Er sah S. Woolf in drei Teile geschnitten und alle drei Teile lebten und flehten ihn um Gnade an.

Der Supreme Court sprach Allan frei. Der Freispruch wurde mit großem Jubel aufgenommen. Ethel Lloyd schwenkte das Taschentuch wie eine Fahne. Allan mußte unter Bedeckung zu seinem Wagen gebracht werden, da man ihn in Stücke gerissen hätte, um ein Andenken zu haben. Die Straßen rings um das Gebäude hallten wider: „Mac Allan! Mac Allan!“

Der Wind blies wieder aus der andern Richtung.