„Was tat ich ihr denn?“ stammelte er. „Es war ja nur ein Scherz! Es war gar nicht so gemeint. Was sagte ich denn Schlimmes? O, wie böse sie werden kann!“ Er faßte sich und gab sich Mühe, wieder heiter und zuversichtlich zu erscheinen. „Nun, sie wird ja wiederkommen,“ sagte er ruhiger. „Sie hat das beste Herz der Welt, Allan! Aber sie ist unberechenbar und launisch, ganz wie ihre Mutter es war. Aber, sehen Sie, nach einer Weile, da kommt sie dann zurück und kniet neben mir und streichelt mich und sagt: ‚Verzeih, Pa, ich habe heute einen schlechten Tag!‘“
Ethels Stuhl schaukelte noch immer. Es war ganz still. Der unsichtbare Springbrunnen rieselte und gluckste. Auf der Straße tuteten die Automobile wie Dampfer im Nebel.
Lloyd blickte auf Allan, der schweigend dasaß, dann sah er nach der Türe und lauschte. Nach einer Weile klingelte er dem Diener.
„Wo ist Miß Lloyd?“ fragte er.
„Miß Lloyd ist auf ihre Zimmer gegangen!“
Lloyd senkte den Kopf. „Dann sehen wir sie heute nicht mehr, Allan,“ sagte er nach einer Weile leise und niedergeschlagen. „Dann sehe ich sie auch morgen nicht! Und ein Tag ohne Ethel ist verloren für mich. Ich habe nichts als Ethel!“
Lloyd schüttelte den kleinen, kahlen Kopf und konnte sich nicht beruhigen. „Versprechen Sie mir morgen wiederzukommen, Allan, damit wir Ethel besänftigen. Wer versteht so ein Mädchen? Wenn ich nur wüßte, was ich Schlimmes getan habe?“
Lloyd sprach in traurigem Ton. Er war aufs tiefste niedergeschlagen. Dann schwieg er und sah mit geneigtem Kopf vor sich hin. Er machte den Eindruck eines unglücklichen, verzweifelten Menschen.
Nach einer Weile erhob sich Allan und bat Lloyd, ihn zu entschuldigen.
„Auch Ihnen ist die Laune verdorben durch meine Albernheit,“ sagte Lloyd und nickte und gab Allan die kleine Hand, die weich war wie die eines Mädchens. „Sie hatte sich so gefreut, daß Sie kamen! Sie war in so prächtiger Laune! Den ganzen Tag nannte sie mich Dad!“