Sie waren allein. Denn Ethel hatte es fertiggebracht, Lloyd, der schon fürs Konzert angekleidet war, im letzten Augenblick zu bestimmen, zu Hause zu bleiben, da er nicht wohl aussähe. Sie hatte ihn „my dear little dad and pa“ genannt, „my honey-father“, so daß Lloyd in seiner Affenliebe überglücklich war, drei Stunden im Sessel auf seine Tochter zu warten.
Ethel wollte, daß man sie allein mit Allan sah, und sie wollte, daß die Loge erleuchtet war. In der Pause richteten sich alle Gläser auf die Loge und Stimmen wurden laut: „Mac Allan! — Mac Allan!“
Allans Glanz kam in dem Augenblick zurück, da er sich an der Seite einer Milliardärin zeigte. Er zog sich beschämt tiefer in die Loge zurück.
Ethel aber wandte sich an ihn mit einem intimen Lächeln, das nicht mißzuverstehen war, und dann beugte sie sich über die Brüstung und zeigte ihre schönen Zähne und ihr schönes Lächeln und kassierte den Triumph ein.
Allan überstand diese Szene nur mit Anspannung all seiner Kräfte. Er dachte an jenen Abend, da er mit Maud in der Loge gegenüber saß und darauf wartete, daß Lloyd ihn zu sich rief. Er erinnerte sich deutlich an Mauds transparentes rosiges Ohr und ihre vor Erregung geröteten Wangen, an den verträumten Blick, mit dem sie vor sich hinsah. Und ebenso deutlich erinnerte er sich an die Stimme Ethels, als sie ihm zum erstenmal die Hand reichte und sagte: „How do you do, Mr. Allen?“ Er fragte sich in Gedanken: Würdest du wünschen, daß Lloyd damals nicht gekommen wäre, daß man den Tunnel niemals begonnen hätte? — Und er entsetzte sich über sich selbst, als sein Inneres antwortete: Nein! — Selbst für Maud und Edith würde er nicht sein Werk hingeben.
Schon am nächsten Tage stiegen die Tunnelpapiere um sieben Prozent! Eine unverschämte Zeitung brachte am Morgen die Notiz, daß Ethel Lloyd sich im nächsten Monat mit Mac Allan verloben würde.
Am Mittag brachte eine andere Zeitung Ethels Dementi.
Miß Lloyd erklärte: „Der Mann, der diese Nachricht verbreitete, ist der größte Lügner der Welt. Ich bin eine gute Freundin Mac Allans. Das ist die Wahrheit, und ich bin stolz darauf.“
Aber die Zeitungsschreiber lagen im Hinterhalt. Nach einigen Wochen ging die mit durchsichtigen Anspielungen gespickte Notiz durch die Blätter, daß Mac Allan wieder nach New York übergesiedelt sei.
Das entsprach der Wahrheit, hatte aber nicht das geringste mit Allans Beziehungen zu Ethel Lloyd zu tun. Allan richtete sich im Gebäude der Tunnelstation Hoboken ein. Dieses Gebäude war noch im Bau und wurde nach Hobbys Entwürfen ausgeführt. Es bestand aus einem Mittelbau von dreißig Stockwerken bei einer Front von fünfzig Fenstern, den zu beiden Seiten zehn Fenster breite Türme von fünfundzwanzig Stockwerken flankierten. Mittelbau und Türme ruhten auf kolossalen Bogen, die direkt in die Bahnhofhalle führten. Die Türme waren mit dem breiten Mittelbau durch zwei Brückenpaare verbunden. Zur Abwechslung sollte das Gebäude Säulen auf den Dächern tragen, lustige Dachgärten-Arkaden.