Die Luftschiffe kämen überhaupt niemals für einen Massenverkehr in Betracht. Und zudem sei es bis heute erst zwei Luftschiffen gelungen, den Atlantik zu überfliegen.

In jener Zeit konnte man keine Zeitung oder Zeitschrift in die Hand nehmen, ohne auf das Wort „Tunnel“ und auf Illustrationen und Abbildungen zu stoßen, die sich auf den Tunnel bezogen.

Im November wurden die Nachrichten spärlicher und schließlich erloschen sie ganz. Das Pressebureau des Syndikats hüllte sich in Stillschweigen. Allan hatte die Baustellen gesperrt und es war unmöglich, neue Illustrationen zu veröffentlichen.

Das Fieber, das die Zeitungen im Volk entfacht hatten, verflog, und nach einigen Wochen war der Tunnel eine alte Geschichte, für die man kein Interesse mehr übrig hatte. Etwas Neues stand momentan im Vordergrund: internationaler Rundflug um die Erde!

Der Tunnel aber war vergessen.

Das war Allans Absicht! Er kannte seine Leute und wußte recht gut, daß diese ganze erste Begeisterung ihm keine Million Dollar eingebracht hätte. Er selbst wollte, wenn er den richtigen Zeitpunkt für gekommen wähnte, eine zweite Begeisterung entfachen, die nicht allein auf Sensation beruhte!

Im Dezember ging eine ausführlich kommentierte Nachricht durch die Zeitungen, die geeignet war, eine Ahnung von der Tragweite des Allanschen Projektes zu geben: die Pittsburg-Smelting and Refining Company erwarb für die Summe von zwölfeinhalb Millionen Dollar das Anrecht auf alle im Verlauf des Baus zutage geförderten Materialien, die sich hüttentechnisch verarbeiten ließen. (Die Aktien der P. S. R. C. waren im sechsten Baujahr um 60 Prozent gestiegen!) Gleichzeitig erschien die Notiz, daß die Edison-Bioskop-Gesellschaft für eine Million Dollar das alleinige Recht erworben habe, photographische und kinematographische Aufnahmen vom Tunnel während der ganzen Bauzeit zu machen und zu veröffentlichen.

Die Edison-Bio verkündete in grellen Plakaten, daß sie „das ewige Denkmal des Tunnelbaus, vom ersten Spatenstich an bis zum ersten Europa-Flyer schaffen wolle, um den kommenden Geschlechtern die Geschichte des größten menschlichen Werkes zu überliefern.“ Sie beabsichtige, die Tunnelfilme alle zuerst in New York vorzuführen, um sie von da aus über dreißigtausend Theater des ganzen Erdballs zu schicken.

Es war unmöglich, eine bessere Reklame für den Tunnel zu ersinnen!

Die Edison-Bio begann ihre Arbeit am gleichen Tage und ihre zweihundert Theater New Yorks waren bis auf den letzten Platz besetzt.