Dieser Mann versprach keine Claims im Himmel, er behauptete nicht, daß die menschliche Seele sieben Etagen habe. Dieser Mann trieb keinen Humbug mit endgültig vergangenen und unkontrollierbaren zukünftigen Dingen, dieser Mann war die Gegenwart. Er versprach etwas Handgreifliches, das jeder verstehen konnte: er wollte ein Loch durch die Erde graben, das war alles!
Aber trotz der Einfachheit erkannte jedermann, wie unendlich kühn das Projekt dieses Mannes war. Und: es war umblendet von Millionen!
Zuerst floß das Geld des „kleinen Mannes“ nur spärlich, dann aber in Strömen. Durch New York, Chikago, San Franzisko, ganz Amerika schwirrte das Wort „Tunnel-Shares.“ Man sprach von den Viktoria-Rand-Mine-Shares, den Continental Radium-Shares, die ihren Mann reich gemacht hatten. Die Tunnel-Shares konnten alles bisher Dagewesene glatt hinter sich lassen. Man konnte —! O, go on, ja, und man brauchte es! Es handelte sich nicht um tausend Dollar mehr oder weniger, es handelte sich darum, sich den Rückzug ins Alter zu decken, bevor einem die Zähne aus dem Kiefer fielen.
Wochenlang wälzte sich ein Strom von Menschen über die Granittreppe des Syndikatgebäudes. Denn obwohl man die Shares an hundert anderen Orten ebensogut kaufen konnte, wollte sie doch jedermann frisch aus der Quelle haben. Es waren Kutscher, Chauffeure, Kellner, Liftboys, Clerks, Ladenmädchen, Handwerker, Diebe, Juden, Christen, Amerikaner, Franzosen, Deutsche, Russen, Polen, Armenier, Türken, alle Nationen und Schattierungen der Haut, die sich vor dem Gebäude des Syndikats zusammenknäulten und erhitzten durch Gespräche über Shares, Minen, Dividende, Gewinn. Ein Geruch von Geld lag in der Luft! War es nicht, als ob solides Geld, solide Dollarnoten aus dem grauen Winterhimmel über Wallstreet herabregneten?
An manchen Tagen war der Andrang so groß, daß die Beamten gar nicht die Zeit hatten, das einkassierte Geld zu ordnen. Es war, bei Gott, wie in den fernen Tagen des Franklin-Syndikats, den Tagen des seligen „520% Miller.“ Die Beamten warfen das Geld einfach hinter sich auf den Boden. Sie wateten bis an die Knöchel im Geld, und unaufhörlich waren Diener beschäftigt, das Geld in Waschkörben wegzuschleppen. Diese Flut von Geld, die nicht abnahm, sondern stetig wuchs, zauberte einen Glanz wahnsinniger Gier in die Augen der Köpfe, die sich in die Schalter zwängten. Eine Handvoll — soviel als sie mit einer Hand packen konnten! — und sie, die Nummern, Motoren, Automaten, Maschinen, waren: Menschen. Schwindlig im Hirn wie nach Ausschweifungen gingen sie weg, berauscht von Träumen, Fieber in den Augen; wie Millionäre.
In Chikago, St. Louis, Frisko, in allen großen und kleinen Städten der Staaten spielten sich ähnliche Szenen ab. Es gab keinen Farmer, keinen Cowboy, keinen Miner, der nicht in A. T. S.-Shares spekulierte.
Und der Tunnel schluckte, der Tunnel trank das Geld, wie ein Riesenungeheuer mit vorsintflutlichem Durst. Auf beiden Seiten des Ozeans schluckte er.
5.
Die große Maschine lief mit ihrer vollen Geschwindigkeit, und Allan sorgte dafür, daß sie das Tempo beibehielt.
Sein Prinzip war, daß man alles in der Hälfte der Zeit tun könne, die man zu brauchen glaubt. Alle Menschen, die mit ihm in Berührung kamen, nahmen unbewußt sein Tempo an. Das war Allans Macht.