„Ich glaube es.“
Maud nickte und ihre feinen Brauen zogen sich träumerisch in die Höhe. „Ja?“ flüsterte sie, noch leiser, voller Glück und Weh.
Hobby ertrug die Situation nicht länger. Wie konnte es Maud nur in den Sinn kommen, an diese alten Dinge zu rühren? Er wollte ihr sagen, daß das alles Nonsens sei, er wollte einlenken. Ja, zum Teufel, Maud gefiel ihm immer noch und er hatte seinerzeit böse Tage gehabt ...
„Und nun sind wir gute Freunde geworden, Maud, nicht wahr?“ fragte er in so harmlosem alltäglichen Tonfall, als er es in diesem Augenblick vermochte.
Maud nickte, ganz unmerklich. Sie sah ihn immer noch an und so saßen sie eine, zwei Sekunden und sahen einander in die Augen. Plötzlich geschah es! Er hatte eine kleine Bewegung gemacht, weil er nicht länger stillhalten konnte — ja, wie war es doch gekommen? —: ihre Lippen berührten sich wie von selbst.
Maud fuhr zurück. Sie stieß einen kleinen, erstickten Schrei aus, stand auf, stand eine Weile regungslos da und verschwand im Dunkel. Eine Türe ging.
Hobby kletterte langsam aus dem Korbsessel und sah mit einem verwirrten, geistesabwesenden Lächeln ins Dunkle hinein, während er noch Mauds Mund auf seinen Lippen fühlte, weich und warm, und seine Arme vor Müdigkeit abzufallen drohten.
Dann fand er sich zurecht. Er hörte plötzlich die Dünung wieder zischen und einen Zug in der Ferne klingeln. Er zog gedankenlos die Uhr und ging durch die dunklen Zimmer in den Garten hinunter.
„Nie wieder!“ dachte er. „Stop, my boy! Maud wird mich sobald nicht wieder sehen.“
Er nahm den Hut vom Nagel, zündete sich mit zitternden Händen eine Zigarette an und verließ das Haus, immer noch erregt, beglückt, verwirrt.