„Ja, zum Teufel, wie kam es nur?“ dachte er immer wieder und hielt den Schritt an.
Unterdessen saß Maud zusammengeduckt in ihrem dunklen Zimmer, die Hände im Schoß, blickte mit erschrockenen Augen vor sich auf den Boden und flüsterte: „Die Schande — die Schande — o Mac, Mac!“ Und sie weinte still und zerknirscht. Nie mehr würde sie Mac in die Augen sehen können, nie mehr. Sie mußte es ihm sagen, sie mußte sich scheiden lassen, ja, das mußte sie! Und Edith? Sie konnte wirklich stolz auf ihre Mutter sein, in der Tat!
Sie erschrak. Hobby ging drunten. Er geht so leicht, dachte sie, sein Schritt ist so leicht. Ihr Herz pochte im Hals. Sollte sie aufstehen, rufen: „Hobby, komm —!“ Ihr Gesicht glühte und sie rang die Hände. O Himmel, nein — die Schande — was war über sie gekommen? Den ganzen Tag über hatte sie schon törichte Gedanken im Kopf gehabt und am Abend die Augen nicht von Hobby losreißen können und gedacht — ja, nun wollte sie schon ganz ehrlich sein! — wie es wäre, wenn er sie küßte ...
Maud weinte noch im Bett vor Kummer und Reue. Dann wurde sie ruhiger und faßte sich. „Ich werde es Mac sagen, wenn er kommt, und ihn bitten, mir zu verzeihen, ihm schwören ... Laß mich nicht so allein, Mac, werde ich sagen. Übrigens war es doch schön — Gott, Hobby erschrak bis ins tiefste Herz hinein. Schlafen, schlafen, schlafen!“
Am andern Morgen, als sie mit Edith zusammen badete, spürte sie nur noch einen kleinen Druck im Herzen, der auch blieb, wenn sie gar nicht an den gestrigen Abend dachte. Es würde alles wieder gut werden, gewiß. Es kam ihr vor, als habe sie Mac nie heißer geliebt. Aber er sollte sie nicht so vernachlässigen! Nur manchmal versank sie in Nachdenken und sah mit blickleeren Augen vor sich hin, von heißen, raschen, unruhigen Gedanken erfüllt. Wenn sie nun aber Hobby wirklich liebte ...?
Hobby kam drei Tage nicht. Er arbeitete am Tage wie ein Teufel und abends war er in New York und spielte und trank Whisky. Er borgte sich viertausend Dollar und verlor sie bis auf den letzten Cent.
Am vierten Tag sandte ihm Maud eine Note, daß sie ihn bestimmt erwarte am Abend. Sie habe mit ihm zu reden.
Hobby kam. Maud errötete, als sie ihn sah, empfing ihn aber heiter und lachend.
„Wir wollen nie wieder eine solche Dummheit begehen, Hobby!“ sagte sie. „Hörst du? O, ich habe mir solche Vorwürfe gemacht! Ich habe nicht geschlafen, Hobby. Nein, nie wieder. Ich bin ja schuldig, nicht du, ich lüge mich nicht an. Zuerst dachte ich, ich müsse es Mac beichten, nun aber bin ich entschlossen, ihm nichts zu sagen. Oder meinst du, ich sollte?“
„Du kannst es ja gelegentlich tun, Maud. Oder ich —“