„Three cheers and a tiger for him!
Nehmt die Kappe ab vor Mac,
Mac ist unser Mann!
Mac ist ein Bursche, der alles kann,
God damn you, yes, solch ein Kerl ist Mac,
Three cheers and a tiger for Mac!“

Auf den Gesteintransporten saßen die abgelösten Mannschaften und die Züge ließen in dem Rollen und Grollen des Stollens ein Echo von Gesang zurück.

Mac war populär und — soweit es der fanatische Haß zwischen Arbeiter und Kapital zuließ — bei seinen Leuten beliebt. Er war einer wie sie, aus ihrem Stoffe, wenn auch von hundertfältiger Kraft.

„Mac —!“ sagten sie, „ja, Mac ist ein Bursche —!“ Das war alles, aber es war das höchste Lob.

Besonders seine „Sonntagsaudienzen“ hatten viel zu seiner Popularität beigetragen. Auch über sie gab es ein Lied, das diesen Inhalt hatte: „Schreibe eine Zeile an Mac, wenn du Sorgen hast. Er ist gerecht und einer von uns. Besser noch, geh zur Sonntagsaudienz. Ich kenne ihn, er wird dich nicht fortschicken, ohne dich gehört zu haben. Er versteht das Herz des Arbeiters.“

Im „Fegfeuer“ prasselten und surrten die elektrischen Nietmaschinen, wie Propeller bei Vollgas, das Eisen dröhnte. Auch hier sangen die Leute. Das Weiße der Augen blinkte aus den schmutzigen Gesichtern, die Mäuler öffneten sich gleichmäßig, aber man hörte keinen Ton.

Die letzten dreißig Kilometer des vorgeschobenen Südstollens mußten sie fast ganz zu Fuß zurücklegen oder auf langsam rollenden Materialzügen. Hier war der Stollen ein Wald roher Pfosten, ein Gerüst von Balken, erschüttert von einem unfaßbaren Getöse, dessen Wucht man immer wieder vergaß und stets neu erlebte. Die Hitze (48° C.) zerriß Pfosten und Balken, trotzdem sie häufig mit Wasser bespritzt wurden und die Wetterführung unaufhörlich frischen, gekühlten Wind hereinschleuderte. Die Luft war schlecht, verbraucht, eine elende Grubenluft.

In einem kleinen Querschlag lag ein ölbeschmutzter halbnackter Leichnam. Ein Monteur, den der Herzschlag getroffen hatte. Umtobt von Arbeit lag er da und eilige Füße stiegen über ihn hinweg. Nicht einmal seine Augen hatte man geschlossen.

Dann kamen sie in die „Hölle“. Mitten in den heulenden Staubwirbeln stand ein kleiner, erdfahler Japaner, bewegungslos wie eine Statue, und gab die optischen Befehle. Bald rot, bald weiß, blendete der Lichtkegel seines Reflektors und zuweilen schoß er einen grasgrünen Lichtstrahl in eine Rotte wühlender Menschen hinein, so daß sie wie Leichen, die noch schufteten, aussahen.

Hier beachtete sie niemand. Kein Gruß, kein Gesang, völlig erschöpfte Menschen, die halb bewußtlos rasten. Vielmehr mußten sie hier auf die andern achten, um nicht von einem Pfosten, den keuchende Männer übers Geröll schleppten oder von einem Steinblock, den sechs Paar nervige, zerschundene Arme auf einen Karren schwangen, niedergeschlagen zu werden.