„Sie sind geordnet,“ erwiderte Wenzel kühl und höflich. Er schob Frau von dem Busch eine Mappe mit Rechnungen und einen Kontoauszug hin. „Hier sind die Abrechnungen, und hier sind die Rechnungen, die ich für Ihre Tochter bezahlt habe.“
Frau von dem Busch setzte ihm mit vielen Worten auseinander, daß es seine Pflicht sei, Lise und seine Kinder seinem Vermögen gemäß zu unterhalten.
„Ich tue es,“ erwiderte Wenzel erstaunt. „Aber Sie werden zugeben, daß es natürlich Grenzen gibt. Ich habe keine Lust, sechzehn Stunden zu arbeiten, um die Launen Ihrer Tochter zu befriedigen. Ich habe auch keine Lust, alle die Folgen der schlechten Erziehung zu tragen, die Sie Ihrer Tochter angedeihen ließen.“
Frau von dem Busch sah ihn mit einem beleidigten Blick an. „Sie sind herzlos und grausam!“ schrie sie außer sich. Ihr Gesicht war vor Erregung so weiß geworden wie ihr Haar.
„Nun, so will ich lieber herzlos als schwachsinnig erscheinen,“ erwiderte Wenzel. „Aber ich bitte Sie, mich jetzt zu entschuldigen.“ Er erhob sich und wies auf einen älteren, weißhaarigen Herrn, sehr schlank, der soeben eintrat. „Darf ich Ihnen Herrn General von Simmern vorstellen, der Ihnen zur Verfügung stehen wird?“
Es zeigte sich indessen, daß auch dieser würdige alte Militär die Interessen Wenzels vertrat.
„Ich muß offen bekennen,“ sagte der weißhaarige General, „daß sechzig Paar Schuhe in einem Jahr und zweihundert Paar Seidenstrümpfe doch immerhin –“
Frau von dem Busch unterbrach ihn. „Darf ich bitten, ich möchte mit meinem Schwiegersohn persönlich verhandeln.“
„Herr Schellenberg ist nicht mehr im Hause.“
Bleich, mit hektischen Flecken im Gesicht, verließ Frau von dem Busch das Haus. Sie nahm ein Auto und fuhr sofort zu Justizrat Davidsohn, einem Anwalt, den sie von früher her kannte und zu dem sie das größte Vertrauen hatte.