Ganz begeistert verließ Frau von dem Busch das Bureau des Anwalts.
Es ist gut, daß ich gekommen bin und die Angelegenheit in die Hand genommen habe, sagte sich Frau von dem Busch, als sie in das Auto stieg. Lise allein wäre nie zurechtgekommen. Millionen, hatte er gesagt. Es wäre wirklich ein Glück, wenn diese kleinliche Rücksichtnahme auf jeden Pfennig endlich aufhören würde. Lise würde sie noch segnen.
Frau von dem Busch gab sich Träumereien hin, während sie durch die von Menschen überfluteten Straßen rollte. Sie war zum Beispiel noch nie in Ägypten gewesen. Und bei ihrer Neigung zur Bronchitis wäre für sie das ägyptische Klima im Winter gewiß eine Wohltat.
9
Jenny speiste mit Wenzel im Hotel Eden.
„Haben Sie schon an die neue Wohnung gedacht, Fräulein Florian?“ fragte Wenzel.
„Nein,“ erwiderte Jenny, und sie errötete. Es schien ihr, als klänge Wenzels Stimme streng und rügend. Du mein Gott, sie konnte solch rasche Entschlüsse nicht fassen. „Ich habe zur Zeit noch mit meiner Garderobe zu tun. Das läßt sich in meiner alten Wohnung besser bewerkstelligen.“
„Dann trifft es sich sehr gut,“ fuhr Wenzel erfreut fort. „Ich war vorgestern hier im Hotel mit einem schwedischen Geschäftsfreund. Er hatte hier zwei Zimmer und ein Schlafkabinett und ein Bad, eine wirklich reizende Wohnung, die auf den Tiergarten hinausgeht. Der Schwede ist abgereist, und ich habe diese kleine Wohnung für Sie gemietet.“
Jenny betrachtete ihn mit großen Augen, dann schüttelte sie den Kopf. „Hier im Eden? Aber, du lieber Himmel, das ist mir viel zu teuer.“
„Sie bekommen die Wohnung sehr billig, Fräulein Florian,“ entgegnete Wenzel. „Ich bin mit dem Direktorium gut bekannt. Aber nun kommen Sie gleich mit, ich werde Ihnen die Wohnung zeigen. Ich bin gewiß, daß Sie davon entzückt sein werden.“