„Wollen Sie hier bleiben, Schellenberg?“

„Ihr werdet schon sehen!“

Die Boote stießen ab, und alle wunderten sich, was Schellenberg unternehmen werde.

In diesem Augenblick aber sprang Wenzel von der japanisch anmutenden Brücke aus im Hechtsprung ins Wasser und schwamm hinter den Booten her. Er lachte und prustete. „Ich will euch nur zeigen, daß es nicht kalt ist!“ schrie er. Am Ufer angekommen, schüttelte er sich wie ein Pudel, der aus dem Wasser steigt.

Jenny zitterte am ganzen Körper. Sie trat dicht an Wenzel heran, berührte seinen nassen Ärmel und sagte: „Sie werden sich erkälten, kleiden Sie sich sofort um.“

Schellenberg lachte, aber mitten im Lachen brach er ab und sah Jenny in die Augen. Der Ton, in dem sie ihre Bitte aussprach, hatte ihn betroffen gemacht. Jenny war ganz bleich. „Ich gehorche!“ rief er und verschwand schnell im Hause.

Es wurde getanzt, gelacht, getrunken. Oh, Jenny war glücklich, als sie wieder in Berlin war.

11

Jenny hatte ihre Arbeit längst voller Eifer aufgenommen. Es war eigentlich das erstemal in ihrem Leben, daß sie voller Fleiß, Hingabe und Ausdauer arbeitete. Die Möglichkeit, die ihr geboten wurde, war ungeheuer selten, ein wahrer Glücksfall, und sie wußte, daß es an ihr lag, sie zu nützen.

Wenzel hatte ihren Tag eingeteilt, ihr Instruktionen gegeben, und sie folgte ihnen. Sie nahm Unterricht bei einem Tanzmeister und begann ganz von vorn mit der alten Ballettschule. Erst ging es sehr schwer, dann machte sie rasch Fortschritte, und ihr Lehrer war zufrieden.