Jenny war begeistert. Sie hatte so etwas Herrliches nie gesehen.

„Nun, ich will sie dir schenken. Hier soll Jenny Florian wohnen.“

Jenny schrie auf. Aber schon hob sie abwehrend die Hände. „Nicht schenken, Wenzel!“ rief sie. „Nein, nicht schenken!“ Sie wurde plötzlich nachdenklich.

„Nun, dann wohne hier, solange es dir gefällt. Das Haus wird fertig sein, bis du aus Italien zurückkommst.“

In den nächsten Tagen reiste Jenny mit der Filmgesellschaft nach dem Süden. Der Zug fuhr vorwärts, aber sie fuhr in Gedanken schon wieder zurück. Bei jedem besonderen Gehöft, bei jedem besonders aussehenden Baume sagte sie sich: Wenn ich euch erst wiedersehen werde! Sie war unglücklich. Aber – so sagte sie sich resigniert – es ist dein Beruf.

14

Der Wind pfiff über die Heide. Er war noch naß vom Schnee, aber schon war ein lauer Hauch des Frühlings in ihm. Ein heftiger Südweststurm brauste seit einigen Tagen dahin.

Von Glücksbrücke an, dessen Baracken in der Ferne, am Horizont verschwammen, bis zu den mächtigen Werkstätten von Glückshorst erstreckte sich jetzt eine einzige ungeheure Fläche, nur unterbrochen von einem windgeschüttelten Birkenhain, den die Axt plangemäß verschont hatte. Er sollte später ein „Park“ werden.

Die Maschinen waren gekommen und hatten den Boden von Glückshorst, wo früher der Wald stand, aufgerissen, zermalmt, umgegraben und gewalzt. Tag für Tag zogen große Traktoren und Motorwalzen auf den neugeschaffenen Straßen langsam hin und her. Auf dem Kanal waren Frachtkähne angekommen, die Schottersteine und Schlacke brachten. Auf diesen Straßen waren Scharen von Arbeitern beschäftigt. Am Kanal unten entluden andere Gruppen die Kähne. Feldbahnengeleise zogen kreuz und quer über das Gelände.

Lehmann kam in diesen Wochen kaum aus den Stiefeln. Ein Glück nur, daß die Tage länger wurden. Er erhielt Schreiben über Schreiben aus Berlin, Ingenieure kamen, das Telephon klingelte von früh bis nachts. Es war zum Verrücktwerden. Natürlich drängten sie. Zuerst hatten sie ihn gelobt, nun stellte es sich heraus, daß er eine ganze Woche zurück war. Lehmann schrie und wetterte, und trotzdem er nur einen Arm hatte, hatte er sich ein Fahrrad zugelegt. Auf diesem Fahrrad fuhr er den ganzen Tag hin und her. Es ging ihm nicht mehr rasch genug.