„Ich verlange eine Erklärung!“ rief er. „Was geht hier vor? Was bedeutet das alles?“
Die Alte keifte. Sie überschüttete Georg mit Schmähungen, sie beschimpfte Christine mit den unflätigsten Worten. Sie hätte nichts dagegen, daß er die „Dame“ mit sich nähme – oh, ganz im Gegenteil –, aber erst hieße es bezahlen. Schulden, Geld – zweihundert Mark, eine Unsumme! Zweihundertfünfzig Mark! Unmöglich!
Christines Blick, das in Lumpen gehüllte Kind – Georg stürzte aus dem Hause wie von Peitschenhieben vorwärts getrieben.
16
In Schweiß gebadet traf er vor Stobwassers Werkstatt ein.
Er war so von Sinnen, daß er die Tür aufklinkte, bevor Stobwasser noch auf sein Pochen antworten konnte. Er stürzte in die Werkstatt und prallte zurück: Ein junges, nacktes Mädchen lag auf einem kleinen Sofa. Stobwasser stand und modellierte eifrig.
„Du mußt helfen, Stobwasser!“ schrie Georg, dessen Hände flogen. „Helfen mußt du!“ Er zerrte den Bildhauer in den Hof hinaus und erzählte wirr, atemlos, unzusammenhängend.
Aber das Herz eines Freundes ist wie das einer liebenden Frau, und Stobwasser verstand sofort alles.
Er blieb mit gespreizten Beinen stehen, den Kopf gesenkt, und dachte nach. „Wir werden Rat schaffen,“ sagte er. „Die Hauptsache ist nur, daß du dich beruhigst, Weidenbach.“
„Oh, ich bin sehr ruhig,“ erwiderte Georg mit einem abwesenden Lächeln. Er zitterte am ganzen Körper. Er strich sich über das Gesicht, und seine Hand war so naß, als habe er sie in Wasser getaucht.