„Dann wollen wir es bei Jenny selbst versuchen,“ riet Stobwasser und stürzte die Treppe hinab.
Im feierlichen Foyer des Hotels, wo sorgfältig gekleidete Damen und Herren still in Klubsesseln saßen, mißbilligte der Portier ihre Eile und Hast. „Es ist dringend,“ sagte Georg und eilte die Treppe empor.
Jenny war zu Hause, welch ein Glück! Aber der Page machte sie darauf aufmerksam, daß Fräulein Florian Besuch habe. „Herr Schellenberg ist soeben gekommen,“ verkündete er voller Ehrfurcht.
„Wir lassen bitten, es ist in dringender Angelegenheit,“ sagte Stobwasser, und der Page klopfte zögernd und scheu an Jennys Tür. Nach geraumer Weile verschwand er.
Es vergingen nur wenige Minuten, da kam Jenny heraus auf den Flur. Sie hatte eine Zigarette zwischen den Lippen und ging mit leichten, tänzelnden Schritten, aber ganz langsam, auf die beiden zu.
„Was gibt es?“ fragte sie mit einem schönen Lächeln. „Und wer ist das? Sind Sie es, Weidenbach?“
„Was es gibt?“ fragte Stobwasser und erzählte hastig.
Jenny dachte nach. Sie zog an der Zigarette, schüttelte den Kopf, blickte zu Boden. „Wie peinlich,“ sagte sie. „Ich habe kein Geld. Es ist fast Monatsende. Aber wartet, es wird sich Rat finden. Ich hoffe es.“
Mit denselben langsamen tänzelnden Schritten ging sie in ihr Zimmer zurück. Nach wenigen Minuten erschien sie wieder und hob triumphierend drei Geldscheine in die Höhe. „Nun, seht ihr!“ rief sie freudig aus. „Oh, Weidenbach, wie freue ich mich, Ihnen gefällig sein zu können! Grüßen Sie Christine.“
Schon stürzten die beiden die Treppe hinab.